Die Schlacht bei Großgörschen

Die Ausgangslage

Januar 1811
Politische Lage in Europa zum Ende des
18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Am Ende des 18. Jahrhunderts wurden durch die französische Revolution die alten Machtstrukturen in Frankreich beseitigt. An die Stelle einer absolutistischen Monarchie mit dem König an der Spitze, trat die französische Nationalversammlung. Mit den Ideen der Aufklärung wurden aber die alten bisher bestehenden Wertesysteme in Frage gestellt. Dadurch kam es unvermeidlich zum Konflikt mit dem monarchistisch geprägten Europa. Die anfänglich, in den ersten Jahren nach der französischen Revolution, geführten Verteidigungskriege, wandelten sich ab Mitte der neunziger Jahre des ausgehenden 18. Jahrhunderts zu nationalen Eroberungskriegen. Auf dem Höhepunkt seiner Macht zwischen 1807 – 1812 herrschte Napoleon über fast ganz Europa. Seit der Niederlage der Preußen von 1806 hielt Frankreich dieses Land besetzt.

Januar 1811
Januar 1812
Der Russlandfeldzug 1812 – Napoleons Verhängnis

Es kam das Jahr 1812. Russland hielt sich nicht mehr an die Kontinentalsperre, mit welcher Napoleon England in die Knie zwingen wollte. Als Russland zusätzlich noch Verhandlungen mit eben jenem England und Schweden aufnahm, waren die im Jahre 1809 eingegangenen Bündnisse mit Frankreich hinfällig.
Napoleon sucht nun die Entscheidung in Russland. Im Frühjahr 1812 begann der Aufmarsch der über 500.000 Mann starken „Großen Armee“. Obwohl er erfolgreich in Moskau einmarschieren konnte, zwangen der einsetzende Winter, der große Brand von Moskau und der darauf folgende Nahrungsmangel Napoleon zum Rückzug. Die „Große Armee“ wurde dabei fast vernichtet.

Januar 1812
Januar 1812
Die Konvention von Tauroggen

Ein weiterer Meilenstein war die am 30. Dezember geschlossene Konvention von Tauroggen. Diese kam wie folgt zu Stande. Der preußische General York, welcher mit seinen Männern zu dieser Zeit auf französischer Seite kämpfte, sollte den Rückzug der französischen Armee decken. Durch vorrückende russische Truppen wurde er allerdings abgeschnitten. Um seine Truppen zu retten, schloss er eigenmächtig, ohne den Auftrag seines Königs die Konvention, in welcher Neutralität vereinbart wurde. Der preußische König war zu dieser Zeit noch unentschlossen auf welche Seite er sich stellen sollte.

Januar 1812
Januar 1813
Preußen rüstet auf

Es begann die große Zeit der Volksbewegung, die zur Erhebung und Bewaffnung Preußens führte. Während dieser Zeit wurde auf preußischer Seite, von Leuten wie Stein, Hardenberg, Scharnhorst, usw., der bewaffnete Kampf gegen Frankreich vorbereitet. Denn laut den Verträgen mit Frankreich, durfte Preußen nur ein Heer von 42.000 Mann unterhalten. Im Geheimen wurde aber durch verschiedene Maßnahmen, z.B. das Krümpersystem*, Aufstellung der Landwehr und des Landsturms, ein preußisches Volksheer ausgebildet.

Januar 1813
Januar 1813
Ein Volk steht auf

Die besetzten Gebiete litten sehr unter der französischen Fremdherrschaft. Durch diese Leiden wurde das Nationalgefühl der Deutschen geweckt. Die gesamte preußische Bevölkerung wurde von dieser Begeisterung mitgerissen. Freiwillige strömten zur Armee und die restliche Bevölkerung gab Ihre letzten Besitztümer zur Unterstützung der kämpfenden Truppe. Der preußische König, welcher sich zu dieser Zeit in Breslau aufhielt, wurde durch die Begeisterung und Opferfreudigkeit umgestimmt und es erfolgte am 17. März der berühmte „Aufruf an mein Volk“ durch den preußischen König.
Wenige Tage vorher, am 10. März dem Geburtstag seiner verstorbenen Frau Luise, wurde das „Eiserne Kreuz“ gestiftet. Im Gegensatz zu bisherigen Ordensverleihungen zählte nur Tapferkeit vor dem Feind unabhängig von Stand und Herkunft.

Januar 1813
Januar 1813
Preußen erklärt Napoleon den Krieg

Am 27. März überreicht der preußische Gesandte am französischem Hof, General Krusemarck, die Kriegserklärung Preußens an Napoleon. Am 28. Februar kam es zwischen Russland und Preußen zum Bündnis von Kalisch. Darin wurde die gegenseitige militärische Unterstützung und die Hilfe Russlands bei der Befreiung von Preußen besiegelt.

Januar 1813
Januar 1813
Die militärisch-strategische Ausgangslage im Frühjahr 1813

Wer erhält den Oberbefehl bei den Verbündeten?
Auf Wunsch von Scharnhorst sollte der General Blücher den Befehl über die preußischen Truppen erhalten. Den Oberbefehl über die verbündeten preußischen und russischen Truppen übernahm Wittgenstein.

Wo stehen die verbündeten Truppen?
Zu Beginn des Frühjahrsfeldzugs von 1813 waren die Streitkräfte der Verbündeten noch geteilt. Ein Teil der verbündeten Truppen stand in der Mark Brandenburg. Darunter die Korps York, Bülow, Borstell. Diese Armeekorps vereinigten sich unter General Wittgenstein und setzten sich gegen Ende März in Richtung Magdeburg in Marsch. Dort stand Ihnen der Stiefsohn Napoleons, der Vizekönig von Italien, Eugen Beauharnais mit überlegenen Kräften ca. 50.000 Mann gegenüber. Dieser hatte Befehl wieder auf dem rechten Ufer der Elbe Fuß zu fassen. Daraufhin kam es am 5. April zum Gefecht von Möckern, welches mit einem Sieg der Verbündeten endete.

Im weiteren Verlauf überquerten die Truppen Wittgensteins die Elbe und zogen der Armee Blüchers entgegen. Diese begann mit dem Vormarsch aus Schlesien in Richtung der Elbe. Am 27. März rückten diese in Dresden ein, welches die Franzosen nach Sprengung der Elbbrücke verlassen mussten.
Ebenso konnten während dieser Zeit russische Truppen die Städte Hamburg, Lüneburg, Bremen befreien. Doch auf Grund der geringen Stärke und dem Umstand, dass die Hauptarmeen zu weit weg standen, mussten diese Städte wieder den Franzosen überlassen werden. So bewegten sich also von Berlin her die preußische Armee Yorks und das russische Korps Wittgensteins, von Dresden her die preußische Armee Blüchers und die verbündeten russischen Truppen gen Westen. Der sächsische König war während dieser Zeit nach Prag ins Exil gegangen und stellte sich dort unter österreichischen Schutz. Seine Truppen hatten sich unterdessen in die Festung Torgau eingeschlossen und den Befehl erhalten die Festung weder für die Franzosen, die Preußen oder die Russen zu öffnen.

Januar 1813
Januar 1813
Napoleon stellt eine neue Armee auf

Aber auch Napoleon war in dieser Zeit nicht untätig. Nachdem er im Dezember seine Truppen in Russland verlassen hatte und am 18. Dezember in Paris eintraf, begann er sofort mit der Aufstellung einer neuen Armee. Der Senat genehmigte bereits am 11. Januar und nochmals im April die Aushebung neuer Truppen. Rein rechnerisch hätte die Armee über 500.000 Mann betragen, aber auch die Franzosen und deren Verbündete waren kriegsmüde. So entzogen sich viele der jungen Männer durch Fahnenflucht dem Dienst. Trotzdem gelang es Napoleon innerhalb kürzester Zeit eine schlagkräftige Truppe aufzustellen. Diese hatte eine Stärke von 230.000 Mann und 500 Geschützen* (Quelle Buch Großgörschen 2. Mai 1813 von Theodor Rehtwisch). Diese neu ausgehobene Armee wurde mit den erfahrenen Kämpfern der früheren Jahre gemischt und auf dem Marsch ausgebildet. Dazu ließ er auch aus Spanien ca. 40.000 altgediente Kämpfer kommen, denn er wusste die Entscheidung über Sieg oder Untergang musste in Deutschland erkämpft werden. Dies unterstreicht auch ein Zitat, welches er nach seiner Ankunft in Weimar sagte: „Ich werde diesen Feldzug als General Bonaparte und nicht als Kaiser machen. Er sagte dies als er seine Reisekutsche verließ und auf sein Pferd stieg. Während des gesamten Frühjahrsfeldzuges ritt er nur auf dem Pferd und fuhr nicht in der Reisekutsche. Eine sehr wertvolle Ergänzung waren die Soldaten der Marine welche nun in den Dienst der Armee eingesetzt wurden und auch in Großgörschen zum Einsatz kamen. Trotz allem hatte diese neue Armee aber nicht mehr die Kampfkraft früherer Jahre. Gründe dafür waren, wie schon erwähnt, kampfunerfahrene Rekruten, die schlechte Moral der Truppe und die geringe Zahl guter Offiziere. Besonders schmerzlich war der Verlust großer Teile der Kavallerie im Russlandfeldzug. Als vorzüglich ist allerdings die Artillerie einzuschätzen, auf die Napoleon als ehemaliger Artillerist große Stücke hielt.
Letztendlich versammelte Napoleon im März 1813 ca. 130.000 Mann und 320 Geschütze um sich und zog von Frankreich über Mainz, Erfurt und Naumburg nach Mitteldeutschland. Gleichzeitig befahl er seinem Stiefsohn, Vizekönig Eugen Beauharnais, ihm mit seiner Nordarmee von 48.000 Mann saaleabwärts entgegenzukommen. Weiterhin zog die Division Girard der Mainarmee saaleaufwärts Napoleon entgegen.
Napoleon war bekannt das die Verbündeten Russen und Preußen im Raum Leipzig standen und er Ihnen zahlenmäßig überlegen war. Er versuchte daher seine Armeen südlich von Leipzig zusammenzuziehen und mit einem schnellen Schlag den Gegner zu vernichten. Er wollte dadurch Österreich beeindrucken und davon abhalten auf die Seite der Verbündeten zu wechseln.

Januar 1813
April 1813
Kutusows Tod

Am 28. April starb in Bunzlau der Oberbefehlshaber der verbündeten Streitkräfte Kutusow. Auf Seiten der Preußen nahm man diesen Umstand mit Erleichterung auf, denn der greise Heerführer hat mit seiner vorsichtigen zaudernden Art den Befreiungskrieg verzögert, wenn nicht sogar gefährdet. Nun war aber der Weg für fähige Leute frei.
Das Problem auf Seiten der Verbündeten aber war, dass jeder etwas zu sagen haben wollte. Der preußische König, der Zar, sein Berater Barclay de Tolly, jeder hatte eigene Vorstellungen wie der bevorstehende Feldzug ablaufen sollte. Im Gegensatz dazu gab es auf französischer Seite nur einen Willen und einen Befehl. Das war ein klarer Vorteil, was sich auch in der Großgörschener Schlacht zeigen sollte.

April 1813

Der Vorabend der Schlacht

Zuerst plante Scharnhorst den Vizekönig Eugen, welcher bei Magdeburg stand anzugreifen, bevor dieser sich mit Napoleon vereinigen konnte. Aber Scharnhorst musste, als er die Langsamkeit der russischen Bewegungen erkannte, neu planen. So berechnete er neu wie viel Truppen Napoleon heranbringen konnte und wie viel die Verbündeten entgegen stellen konnten. So erkannte Scharnhorst, dass Napoleon eine Übermacht von immerhin 35.000 Mann aufbringen konnte. Daraufhin kam man im verbündeten Hauptquartier zu dem Schluss, dass man Napoleon eine Schlacht nur zwischen der Elster und Saale anbieten sollte, da man den Aufmarsch Napoleons nicht aufhalten konnte. Der neue Plan der Verbündeten sah dann vor, die Armeekorps York und Wittgenstein, mit dem von Blücher zusammenzuführen und Napoleon in der Leipziger Tiefebene eine Schlacht anzubieten. Letztendlich einigte man sich dann aber darauf, den Marschkolonnen Napoleons bereits vor Leipzig in die Flanke zu fallen. Leider wurde auf Seiten der Verbündeten versäumt alle Truppen für diesen Plan schnellstmöglich zu konzentrieren. Dies sollte sich für den späteren Verlauf der Schlacht als sehr ungünstig erweisen. So wurde z.B. ein russisches Korps mit 12.000 Mann zur Flankendeckung in Zeitz stehen gelassen, welches am Schlachttage untätig dort verweilen musste.

Napoleon seinerseits war zu Beginn des Frühjahrsfeldzuges über die Kräfte seiner Gegner völlig im Unklaren. Den Verbündeten gelang es erfolgreich, die eigenen Bewegungen zu verschleiern. Auch das am weitesten vorgeschobene Korps Ney machte, mangels Kavallerie zum Aufklären, nur unbestimmte Meldungen: Napoleon drang aber darauf genaue Kenntnis der Lage zu erhalten. Sein erstes Ziel war Leipzig. Zur Unterstützung sollte der Vizekönig Halle und Magdeburg besetzen, um die Straßen dorthin zu sichern. Ziel war es die Preußen von ihrer Hauptstadt Berlin abschneiden. Anschließend wollte Napoleon die Verbündeten schlagen und in Richtung Österreich zurückdrängen. Mit diesem Sieg wollte er die Österreicher beeindrucken und wieder für seine Pläne zu gewinnen. Diese wiederum sollten sich dann zusammen mit polnischen Truppen auf die sich zurückziehenden Verbündeten werfen und vernichten. Russland sollte dadurch zu einem Friedensschluss gezwungen und Preußen vernichtet und aufgeteilt werden.

Wie entwickelte sich inzwischen die Lage? Der Vizekönig hatte inzwischen Halle und Merseburg besetzt. Es war der 30. April. An diesem Tag traf Napoleon in Naumburg ein. Einen Tag vorher hatte Marschall Ney mit seinen Truppen bereits erste Scharmützel in und um Weißenfels zu bestehen. Viele der napoleonischen Soldaten hatten Ihre Feuertaufe noch nicht erlebt und noch keine Kampferfahrung. Dabei, so berichtete Ney, hielten sich seine neuen Mannschaften recht wacker. Er meldete Napoleon, seine Männer hätten mit einer Unerschrockenheit gefochten, die alles von Ihnen erwarten ließe. Ney versuchte anhand der Gefangenen die noch unklare Lage aufzuklären. Anhand der Aussagen erfuhr er, dass seine Gegner die Elbe überschritten hatten und ihm bei Leipzig eine Schlacht liefern wollten. In der Zwischenzeit hatte sich auch die beiden Armeen des Kaisers und des Vizekönigs vereinigt. So sollte das Korps Lauriston bei Merseburg die Saale überschreiten und sich bei Lützen mit dem Hauptheer vereinigen.

Da Napoleon nun die ungefähre Lage kannte, erließ er erste Befehle für das weitere Vorgehen. Er rechnete evtl. damit, dass ihn die zahlenmäßig überlegene Kavallerie in der Lützener Ebene angreifen könnte. So befahl er der Spitze seiner Marschkolonne, der so genannten Avantgarde, in soviel Linien zu marschieren wie es Divisionen gab. Diese Divisionen, (das 3. Korps Ney hatte 5) mussten wiederum in fünf bis sechs Kolonnen marschieren. Der Abstand sollte so groß wie möglich sein, aber nicht größer als das sich vor dieser Front das Kartätschenfeuer kreuzen kann. Damit sollte erreicht werden, dass sich aus der Marschkolonne die sich ja vorher kilometerlang hinzog, schnell eine Kampfformation gebildet werden konnte. Man kann sich denken dass ein solcher Marsch ziemlich schwierig durchzuführen war. Dieses 3. Korps hatte ca. 45.000 Mann, 1200 Reiter, 76 Geschütze, 470 Munitionswagen, Ambulanzen, Verpflegungswagen und ca. 100 Marketenderwagen. Ein solcher Marsch konnte nur erfolgen wenn sich die Masse des Fußvolks Wege querfeldein suchte und neben der Straße marschierte, um diese für die Wagen freizuhalten.

Napoleon war in Begleitung von Marschall Ney, der Garde und dem 3. Armeekorps am 1. Mai morgens von Weißenfels nach Lützen aufgebrochen. Rund um das Dorf Rippach, welches auf halbem Wege zwischen Weißenfels und Lützen liegt, war auf den Höhen russische Artillerie in Stellung gegangen. Hier erlitt Napoleon einen ersten schweren Verlust. Marschall Bessiére, enger Freund Napoleons und Befehlshaber der Gardekavallerie wurde von einer Kugel tödlich getroffen. (Davon zeugt heute noch eine Gedenktafel angebracht am Gasthof „Zum weißen Schwan“ direkt an der B87).

                                     

 

 

 

Im weiteren Verlauf zogen sich die russischen Verbände zurück. Der Vormarsch auf Leipzig konnte weitergeführt werden.

Am Vorabend der Schlacht von Großgörschen hatten die einzelnen Truppenteile folgende Stellungen eingenommen. Die Spitze der französischen Truppen stand bei Lützen. Die langgezogene Marschkolonne zog sich bis nach Weißenfels. Weitere Divisionen standen noch rückwärts in Naumburg und seitwärts bei Stößen und Merseburg. Das 11. Korps unter MacDonald stand bei Markranstädt und Quesitz. Napoleon übernachtete an diesem Abend in Lützen. Das 3. Armeekorps unter Ney mit der Division Souham bezog Ihr Biwak im Dörferviereck Groß- und Kleingörschen, Kaja und Rahna, welches am Folgetag das erste Schlachtfeld des Frühjahrsfeldzuges von 1813 werden sollte. So hatte der Kaiser den Großteil seines Heeres auf einem Raum von ungefähr zehn Quadratkilometern rund um Lützen zusammengezogen. Keiner der französischen Soldaten ahnte etwas vom bevorstehenden Angriff. Die Verbündeten Truppen standen in weitem Bogen zwischen Zwenkau, Borna, Rötha und Altenburg. Das Hauptquartier der verbündeten russischen und preußischen Monarchen befand sich in Borna. Alles zusammengezählt standen sich etwa 90.000 Mann (56.240 Infanterie, 24.340 Kavallerie, 5280 Artillerie und Pioniere, 552 Geschütze) auf Seiten der Verbündeten ca. 145.000 (129.330 Infanterie, 7.510 Kavallerie, 7830 Artillerie und Pioniere, 372 Geschütze) auf französischer Seite gegenüber.

Am Abend des 1. Mai meldet der Oberbefehlshaber der verbündeten Heere General Wittgenstein an den Zaren: „Da der Feind bis Lützen vorgedrungen ist, so entschließe ich mich, morgen mit Tagesanbruch seinen rechten Flügel von Pegau aus anzugreifen und im Falle eines ungünstigen Ausganges nach Altenburg zurückzugehen. Dazu gingen in der Nacht die entsprechenden Befehle an die Korpsführer. Da der Angriff wie gesagt für den Tagesanbruch des 2.Mai befohlen war, mussten die Truppen durch lange Nachtmärsche herangeführt werden.

Der Aufmarsch der Verbündeten gestaltete sich auf Grund ungünstiger Marschbefehle sehr schwierig. So kreuzten sich zum Beispiel beim Überqueren der Elster die Korps Blücher und York was zu großen Zeitverzögerungen führte. Auch wollten die Monarchen unbedingt bei Pegau ihren Truppen die Parade abnehmen, was wiederum Zeit kostete.
Ein weiterer Fehler der Verbündeten war die Annahme, dass Napoleon eventuell eine Umgehung von Süden her plante und man daraufhin zur Absicherung das Korps Miloradowitsch in Richtung Zeitz in Stellung gehen ließ. Damit wurden der Schlacht 12.000 Mann russischer Elitetruppen entzogen. Diese Annahme bezog sich auf Meldungen von Einheimischen, “das die Gegend von Droyßig von feindlichen Truppen aller Waffengattungen überschwemmt sei.” Diese Annahme wurde noch gestärkt durch die Nachricht einer Ordonnanz, welche aussagte, dass vom Saaletal ein französisches Korps in Richtung Zeitz vorrücke. Dies war das Korps Bertrand welches von Napoleon nach Stößen beordert worden war. Daran kann man erkennen, wie schwierig die Aufklärung zu der damaligen Zeit war, um brauchbare Informationen zu erhalten.
Gegen 11.00 Uhr standen dann die Einheiten in Ihren Ausgangsstellungen. Doch die Truppen waren durch den anstrengenden Nachtmarsch sehr erschöpft. Ihnen wurde noch 1 Stunde Pause gegönnt und der Angriffszeitpunkt auf 12.00 Uhr Mittag festgelegt. Fünf bis sechs Stunden später als geplant!

Der Schlachtverlauf

Der Plan zur Schlacht

Der Plan der Verbündeten sah vor, in der Ebene von Lützen, den Kolonnen Napoleons in die rechte Flanke zu fallen. Die französischen Truppen  waren zahlenmäßig überlegen. Sie verfügten über 145.000 Mann. Die Russen und Preußen nur über 88.000. Allerdings besaßen die Verbündeten ein Übergewicht an Reiterei und Artillerie.     .

Der Vormittag des 02. Mai

Da sich der Aufmarsch der Verbündeten sehr schwierig gestaltete, kam es zu Zeitverzögerungen in den Angriffsplänen der Verbündeten. Vielleicht hat aber gerade dieser Umstand die Verbündeten vor einer vernichtenden Niederlage gerettet. Denn Napoleon hatte von einem reisenden Kaufmann erfahren, dass die Verbündeten bereits zwei Tage zuvor durch Leipzig zogen und der Oberbefehlshaber Wittgenstein ebenfalls aus Leipzig abgereist war. Ihm wurde klar, dass sich die Verbündeten hinter Leipzig zusammenzogen. Ob sie ihm aber bei Leipzig eine Schlacht liefern oder ihm in die Flanke fallen wollten, konnte nur der Verlauf des nächsten Tages zeigen. Wäre nun der Angriff seitens der Verbündeten wie geplant durchgeführt worden, dann hätten sich diese in der Gefahr befunden, von Napoleon umgangen zu werden und mit dem Rücken zur Elster in der Falle zu sitzen. Beweise dafür finden sich in den ersten Befehlen Napoleons vom 02. Mai welche Vorbereitungen für die Umgehung der Verbündeten beinhalteten. Aber am Vormittag des 02. Mai blieb alles ruhig. So änderte er seine Dispositionen und befahl der Hauptarmee ein weiteres Vorrücken auf Leipzig. Dort wurde seine Vorhut in ein Gefecht mit dem preußischen Korps Kleist verwickelt. Da seine Aufklärer nichts von einem bevorstehenden Großangriff auf die Flanke seiner Truppen berichtet hatten, ritt er in Richtung Leipzig, um dieses Gefecht zu beobachten. Seine Garden befanden sich zu dieser Zeit im Raum Lützen.

10:00 Uhr – Erste Sichtungen

Als Erstes klärte, auf Seiten der Verbündeten, eine als Spähtrupp vorausgeschickte Schwadron der Garde du Corps bis Großgörschen auf und stellte marschierende französische Truppen in Richtung Leipzig fest. Weiterhin konnten biwakierende Truppen rund um Großgörschen festgestellt werden. Nach Gefangennahme eines feindlichen Soldaten wusste man, dass es sich um das Korps des Marschalls Ney handelte. Man nahm an, dass es sich hier um die Flankensicherung der auf dem Marsch befindlichen Truppen handelte. Niemand ahnte dass es sich um das komplette Korps Ney mit 45.000 Mann handelte.

11:00 Uhr – Die Verbündeten formieren sich

Das Korps Blücher stand mit der Brigade von Zieten rechts und Brigade Klüx links im vordersten Treffen. Dahinter hatte das Korps des Generals von York Aufstellung genommen, dem sich an der rechten Seite das russische Korps Berg und auf der linken Seite das Infanteriekorps von Württemberg. Diese bildeten das zweite Treffen. Das russische Korps unter General Wintzingerode war als Reserve und zum Schutz des verbündeten Hauptquartiers abgestellt. Die russische Hauptarmee war am weitesten entfernt und folgte als Letztes. Mit dem Eingreifen der russischen Hauptarmee war nicht vor 15:00 Uhr zu rechnen. Gegen 11:00 Uhr standen die aufmarschierten Einheiten der Preußen und Russen in Ihren Ausgangsstellungen. Doch die Truppen waren durch den anstrengenden Nachtmarsch sehr erschöpft. Ihnen wurde noch eine Stunde Pause gegönnt und der Angriffszeitpunkt auf 12:00 Uhr Mittag festgelegt.

12:00 Uhr – Die Schlacht beginnt mit einem Artillerieüberfall

Der neue Oberbefehlshaber der Verbündeten General Graf Wittgenstein erteilte genau 12:00 Uhr Mittags dem General Blücher den Angriffsbefehl mit den Worten: »Mit Gottes Hilfe vorwärts!« 30 Geschütze der preußischen Artillerie eröffneten die Schlacht mit einem Feuerüberfall auf das Biwak der Franzosen in Großgörschen.

Napoleon erhält erste Meldung

Napoleon, welcher ja in Richtung Leipzig geritten war, um das Gefecht seines Generals Lauriston gegen Kleist zu verfolgen, hörte in seinem Rücken den Geschützdonner und traf sofort seine Anordnungen. Da Napoleon die Masse der preußischen und russischen Truppen bei Leipzig erwartete, wurde er durch die ersten Meldungen von der Schlacht bei Großgörschen vollkommen überrascht. Der Kaiser fasste sich aber schnell, und machte seine Dispositionen. Er drehte seine Armee um und gab seinen Armeekorps folgende Marschbefehle. Das 3. Korps Ney, welches unmittelbar angegriffen wurden war, hatte seine Stellung unbedingt zu halten. Das 6. Korps Marmont rückt weiter aus Richtung Weißenfels auf Starsiedel vor und unterstützt die rechte Flanke des 3. Korps Ney. Das 4. Korps Bertrand welches im Raum Stößen stand, soll gegen den linken Flügel der Verbündeten bei Söhesten vorgehen und das 11. Korps MacDonald von Markranstädt gegen die rechte Flanke bei Eisdorf. Seiner Garde befahl er wörtlich: »La garde au feu!« (»Die Garde ins Feuer!«). Weiterhin befahl er dem Vizekönig Eugen Beauharnais sich an das 3. Korps Ney anzuschließen. Er selbst ritt mit Marschall Ney direkt zum Ort des Geschehens.

12:45 Uhr – Korps Blücher – Sturmangriff der Preussen auf Großgörschen

Ca. 45 Minuten nach Beginn des Artillerieüberfalls traten die preußischen Bataillone unter Oberst Klüx in breiter Front zum Sturmangriff an. Schlesische Schützenbataillone und das freiwillige Jägerdetachement des preußischen Adels nahmen im ersten Schwung den strategisch wichtigen Hohlweg südlich von Großgörschen unweit des heutigen Monarchenhügels. Die französischen Verteidiger wurden auf Großgörschen zurückgedrängt. Die nachfolgenden westpreußischen Regimenter stießen durch die entstandene Lücke, drangen bis zum Dorfrand vor, konnten hier mehrere Geschütze erbeuten und Gefangene machen. Dann begann der Kampf Mann gegen Mann. Die Franzosen verteidigten sich sehr tapfer und wehrten jedes weitere Eindringen der Preußen in das Dorf erbittert ab. Bald stand Großgörschen in Flammen. Die Ordnung der zuerst angreifenden Bataillone löste sich schnell auf. Die Brigade des Oberst Klüx kam nicht mehr weiter. Nun wurde den Verbündeten klar, die Truppen welche ihnen gegenüberstanden waren nicht nur eine Flankendeckung der marschierenden Truppen, sondern ein ganzes französisches Armeekorps.

Die linke Flanke bei Starsiedel

Als Flankendeckung für die angreifende Brigade Klüx rückte die Reservekavallerie Dolffs links heraus in Richtung Starsiedel. Leider war diese Bewegung sehr schnell in Stocken geraten. Die Reservekavallerie, welche von so tüchtigen Männern wie Prinz Wilhelm und Gneisenau, befehligt wurden, hätte einen kurzfristigen Erfolg erzielen können. Die Division Girard vom Korps Ney, welche in Starsiedel biwakierte, war nicht auf den Angriff gefasst. Ein entschlossener Angriff der preußischen Kavallerie hätte Erfolg bringen können. Gleichzeitig erhielten die Führer der Reservekavallerie Meldung, dass starke französische Kräfte (6. Korps Marmont) aus Richtung Weißenfels im Anmarsch waren. Um zu verhindern, dass die Truppen Marmonts die Flanke der preußischen Angreifer bei Großgörschen bedrohten, griff Prinz Wilhelm mit seinen brandenburgischen Kürassieren die ersten Bataillone Marmonts an. Aber keine der beiden Seiten konnte zu dieser Zeit entscheidende Fortschritte erzielen. Immerhin konnte durch das Eintreffen der Truppen Marmonts, die Möglichkeit geschaffen werden, dass die Division Girard in Richtung Dörferviereck abrücken konnte um die Truppen der Division Souhams zu unterstützen.  

Großgörschen ist gewonnen – Brigade Klüx kommt nicht weiter – V. Zieten rückt vor

Da nun französische Verbände des Generals Marmont im Anmarsch auf das Schlachtfeld gemeldet waren, befahl Blücher einen Entlastungsangriff durch die Truppen des Generalmajors von Zieten. Diese gingen auf der rechten Seite vor und griffen Kleingörschen an. Damit wurde Entlastung für die Brigade Klüx in Großgörschen geschaffen. Gleichzeitig konnten die Regimenter des Generalmajors von Zieten Boden gewinnen und griffen die bereits stark dezimierten französischen Regimenter an. Das Dorf Kleingörschen konnte von den schlesischen Regimentern 10 und 11 genommen werden, welche dann noch bis Rahna vorstießen und auch dieses Dorf in ihren Besitz brachten.

13:00 Uhr – Klein- und Großgörschen und Rahna im Besitz der Preußen

Im Ergebnis dieser Angriffsbemühungen, es war 13:00 Uhr, konnten also die Dörfer Großgörschen, Kleingörschen und Rahna trotz heftiger Gegenwehr genommen werden.

13:15 Uhr – Marschall Ney trifft auf dem Schlachtfeld ein. Der Gegenangriff beginnt.

Marschall Ney, welcher inzwischen auf dem Schlachtfeld eingetroffen war, hatte sich einen genauen Überblick über die Lage verschafft und alle erreichbaren französischen Regimenter zusammengefasst, um einen Widerstandsriegel aufzubauen. Daran sollten sich die preußischen und russischen Angriffe totlaufen. Er befahl aus der Bewegung heraus den Gegenangriff aller napoleonischen Truppen. Diese griffen unter dem Signal der Hornisten mit wehenden Fahnen an und konnten mit Unterstützung ihrer Artillerie die Preußen aus Kleingörschen und Rahna verdrängen. Nur Großgörschen konnte auf Grund der günstig postierten verbündeten Artillerie gehalten werden.

Was machte unterdessen Marmont bei Starsiedel? Kann er aufgehalten werden?

Als Marmont sich anschickte über Starsiedel in den Kampf einzugreifen, sah Wittgenstein seine linke Flanke bedroht. Wie konnte also Marmont gestoppt werden, um die Angriffsfront im Dörferviereck zu decken? Dazu ließ er das Korps Berg, welches als zweites Treffen hinter den bereits vorgegangenen Truppen Blüchers stand, in Richtung Starsiedel abrücken. Das Korps stellte sich hinter der Reservekavallerie auf und brachte ihre Artillerie in den Kampf. Ein guter Plan. Marmont, obwohl an Anzahl seiner Truppen weit überlegen, traute sich nicht weiter vor. Denn er wusste nichts von seiner Überlegenheit. Außerdem stand Ihm eine große Kavalleriemasse gegenüber, welche gegenüber Infanterie immer noch schlachtentscheidend sein konnte.

Blüchers Reserve schlägt zurück! Kann der Gegenangriff der Franzosen gestoppt werden?

General Blücher setzte nun seine Reserve, die Gardebrigade des Generals von Roeder, ein. Blücher befahl dem Garde-Füsilierbataillon persönlich, Rahna zu umgehen und Kaja zu nehmen. Als der König das todesverachtende Vorgehen seiner Garden sah, rief er aus: „Nun mag es in Gottes Namen werden wie es will, ein Auerstädt wird es nicht.“ Das Manöver gelang, Rahna und Kaja konnten zurückerobert werden.

Der Tod des Prinzen zu Hessen-Homburg

Der Generalmajor v. Zieten wollte der Brigade Roeder in nichts nachstehen. Mit der Wut über den Verlust der zuvor verlorenen Dörfer im Bauch, sammelte er alle verfügbaren Kämpfer und ging erneut vor. Aber v. Zieten hat noch eine ganz andere Sorge. Der Prinz von Hessen-Homburg ist zu seinem Stabe befohlen. Da sich v. Zieten für den Prinzen verantwortlich fühlt und diesen nicht dem Feuer aussetzen will, gibt er dem Prinzen einen Auftrag für den Monarchen. Der Prinz durchschaut diese Absicht und lehnt ab. V. Zieten bitten den Prinzen wenigstens seinen Bruststern des schwarzen Adlerordens abzunehmen, da dieser eine vorzügliche Zielscheibe darstellte. Kurz nach diesem Gespräch traf ihn im Kampf um Großgörschen die tödliche Kugel. So starb der Prinz von Hessen-Homburg. Im weitern Verlauf konnten trotz hoher Verluste die Preußen Groß- und Kleingörschen befreien.

14:00 Uhr – Der Erfolg für die Verbündeten ist greifbar nah

Es war zu dieser Zeit der Erfolg greifbar nah. Alle Dörfer waren genommen. Ein Zeitpunkt an welchem die Verbündeten, wenn sie alles daran gesetzt hätten, ihr Ziel, die Durchbrechung der französischen Schlachtenlinie, hätte erreicht werden können. Dies bestätigen auch Augenzeugenberichte, welche von der beginnenden Flucht und Auflösungserscheinungen des Ney´schen Korps berichteten. Die Erfolge wurden aber durch mangelhafte Führung vereitelt. Der Zar setzte sich ohne Not immer wieder dem feindlichen Feuer aus und der oberkommandierende Wittgenstein hatte mehr damit zu tun, Zar Alexander aus dem Feuer zu bringen, als sich um die Schlacht zu kümmern. In der Zwischenzeit kommandierte jedermann oder eher niemand. Ein weiterer verhängnisvoller Befehl ging an den russischen General Konowitzin mit seinem Garde-Grenadierkorps. Das russische Hauptquartier ließ ihm ausrichten, er möge sich mit dem Vorrücken Zeit lassen, da sich die Schlacht sehr günstig gestaltete.

14:30 Uhr – Napoleon trifft mit der Garde ein

Nun aber traf Napoleon unter dem Jubel seiner Leute auf dem Schlachtfeld ein. Er fand seine Truppen in keiner günstigen Lage. Die Armee desVizekönigs war noch nicht auf dem Schlachtfeld eingetroffen. Marmont, der bei Starsiedel Stellung bezogen hatte, wurde durch starke Kavallerieverbände in Schach gehalten. Aber die Anwesenheit Napoleons wirkte begeisternd auf seine Truppen. Mit dem Ruf „Vive ´le empereur“ warfen Sie sich wieder in den Kampf. Er erkannte sofort, dass seine Hauptaufgabe war, das Zentrum im Dörferviereck zu halten. Marmont welcher einen Adjutanten zu Napoleon schickte und um Unterstützung bat, erhielt wörtlich zur Antwort: „Sagen Sie ihrem Marschall, er solle sich nicht bange machen lassen. Hier wo ich stehe, hier bei Caja liegt die Entscheidung.“ Um diese Zeit traf die Spitze der französischen Garde ein. Junge Garde, Gardegrenadiere, Gardejäger, Gardeartillerie kamen heran. Wie ein drohendes Unwetter baute sich diese Bedrohung aus Gardesoldaten langsam auf.

15:00 Uhr – Napoleon schlägt zurück. Nur Großgörschen kann von den Preußen gehalten werden

Doch noch wollte Napoleon seinen Trumpf nicht ausspielen. Zuerst wollte er die noch verbliebenen Bataillone sammeln und in das Dörferviereck vorgehen lassen. Wenn dann die Verbündeten erschöpft waren, wollte er die Garde auf sie werfen. Der Angriff Napoleons hatte Erfolg. Die restlichen Truppen des Marschall Ney konnten Kaja, Rahna und Kleingörschen zurückerobern. Vergeblich versuchte preußische Kavallerie den Angriff abzuwehren, aber das Terrain innerhalb des Dörfervierecks war zu ungünstig. Nur Großgörschen kann von den Preußen gehalten werden. Aber nur aus dem Grund, da die Artilleriebatterien so glücklich postiert waren. Das erste Treffen der Verbündeten, das Korps Blücher, ist erschöpft.

15:30 Uhr – Korps York greift an

Das zweite Treffen, welches ursprünglich aus dem preußischen Korps York und dem russischen Korps Berg bestand, war ja schon durch den Abmarsch von Berg in Richtung Starsiedel geschwächt wurden. York war bereits an Großgörschen heranmarschiert und wartete auf den Angriffsbefehl. Als sich nun nur noch Großgörschen in den Händen der Verbündeten befand, wurde dieser Befehl erteilt. York lässt nun die Brigade Hühnerbein gegen Kleingörschen vorgehen. Kleingörschen kann zurückerobert werden, aber um weiter auf Rahna vorzurücken fehlt die Kraft.

16:30 – Uhr Die Schlacht steht auf des Messers Schneide

York lässt die Brigade Horn gegen Rahna vorgehen. Nur 5 Bataillone hat die Brigade Horn. Horn persönlich führt sie gegen den Feind. Ein riskantes Manöver, aber es gelingt. Wieder können die Preußen Rahna den Franzosen abnehmen. Aus Rahna und Kleingörschen brechen die preußischen Kolonnen vor. Wieder geht es im Sturmangriff gegen Kaja. Preußische und russische Artillerie rückt nach. York ist mitten im Kampfgeschehen und gibt die Befehle, da Blücher verwundet wurde und nicht mehr auf dem Schlachtfeld ist. Noch einmal schien sich die Lage für die Verbündeten zu entwickeln, als General York seine letzten Reserven einsetzte. Noch einmal wird es kritisch für Napoleon. Ney wird verwundet, der General Girard und Neys Stabschef fallen. General Brenier wird schwer verwundet. Auf preußischer Seite wird der General v. Scharnhorst verwundet, woran er am 28. Juni in Prag starb.

17:30 Uhr – Die Russen greifen ein

Nach diesem hohen Blutzoll den die Preußen zu zahlen hatten, waren ihre Kräfte erschöpft. Die gesamte preußische Infanterie war zu dieser Zeit im Dorfkampf eingesetzt. Es war also zwingend notwendig, frische russische Truppen in die Schlacht zu führen und die Dörfer zurückzuerobern, bevor weitere Truppen Napoleons das Schlachtfeld erreichten. Doch Wintzingerode wagt nicht seine Hauptmasse in den Kampf zu werfen, da er sich an der linken Flanke von den Korps Marmont und Bertrand bedroht fühlt. Nur die Infanterie unter Eugen von Württemberg wurde auf das Schlachtfeld dirigiert. Er brachte 6.000 frische Kämpfer ins Feld. Noch glaubt man auf verbündeter Seite, dass man Kaja zurückgewinnen könne. Württemberg plant dieses Ziel aber nicht nur durch einen Frontalangriff auf Kaja zu erreichen. Er wollte gleichzeitig bei Eisdorf den Floßgraben überqueren, Kaja umgehen und von Norden her Kaja angreifen. Dieses Umgehungsmanöver konnte aber nicht ausgeführt werden, da hinter Eisdorf starke französische Kräfte, die Truppen des 11. Korps MacDonald, aus Markranstädt herankommen. Doch auch am anderen Ende des Schlachtfeldes schieben sich die Kolonnen Napoleons, das 4. Korps Bertrand, immer weiter heran. Ihm gegenüber stand der General Miloradowitsch mit seinen 12.000 Mann welche unnützerweise dort zur Absicherung Stellung bezogen hatten. Später behauptete er, dass er auf seinen Einsatzbefehl wartete. Hätte er sich aber auch ohne Befehl auf die Soldaten Bertrands geworfen, so wäre ihm der Erfolg so gut wie sicher gewesen. So passierte aber nichts und Bertrand ging weiter in Richtung Schlachtfeld vor. Nun standen Ihnen die linke Flanke der Verbündeten das Korps Berg und die Hauptmasse der Kavallerie gegenüber. Da diese aber wieder nur unentschlossen vorging, konnte kein entscheidender Erfolg erzielt werden. Hier zeigte sich  wieder einer der Hauptfehler dieser Schlacht. Die ungenügende Ausnutzung der überlegenen Kavallerie. Jetzt hielt auch Marmont den Augenblick gekommen, um vorzurücken. Er tat dies aber immer noch sehr langsam und mit größter Vorsicht.

18:00 Uhr – Der Kampf um Eisdorf

Um diese Zeit treffen auf französischer Seite die Truppen des 11. Korps MacDonald ein. Diese erobern das von den Russen besetzte Eisdorf. Auch in Eisdorf beginnt sich ein Dorfgefecht zu entwickeln. Um Eisdorf wieder zurückzuerobern werden nun die Grenadiere Konowitzins herangeführt. Endlich kann Konowitzin eingreifen. Aber zu spät. Konowitzin wird verwundet. Die Russen greifen Eisdorf zwar an, werden aber zurückgeworfenen. Um der Gefahr die aus dieser Richtung droht zu entgehen, müssen die letzten Reserven der Verbündeten dorthin beordert werden. Da keiner der beiden Gegner sich stark genug fühlt, den anderen anzugreifen, stehen sich die Linien zwischen Kleingörschen und Kitzen tatenlos gegenüber und warten ab wie sich die Schlacht bei Kaja entwickelt.

18:30 Uhr – das Blatt wendet sich zu Gunsten Napoleons

Und wieder wendet sich das Kriegsglück. Auf französischer Seite trafen immer mehr Verstärkungen auf dem Schlachtfeld ein. Auf dem linken Flügel bei Eisdorf kam die Armee des Vizekönigs Eugen Beauharnais heran. Auf dem rechten Flügel bei Starsiedel das Korps Bertrand. Kleingörschen kann von den Truppen General Marchands zurückerobert werden. Die Division Marchand mit vielen deutschen Rheinbundsoldaten war zu Beginn des Kampfes von Ney zur Absicherung in Richtung Meuchen abkommandiert worden. Dort blieb Sie die meiste Zeit untätig und griff erst gegen Abend in den Kampf ein. Als Napoleon von den Fortschritten des Vizekönig und MacDonalds auf der einen Seite und Marmonts sowie Bertrands auf der anderen Seite benachrichtigt wird, setzt er alles auf eine Karte. Im Zentrum der Schlacht, dem Dörferviereck, ließ er seine Garden vorrücken. Zur Unterstützung befahl er General Drouot 80 Geschütze auf dem Schlachtfeld zu konzentrieren. Dieses mörderische Geschützfeuer bereitete den Boden für den Angriff seiner Garde. Dies brachte die Wende. Alle Dörfer bis auf Großgörschen konnten bis zum Abend zurückerobert werden. Großgörschen konnte von tapfer kämpfenden preußischen Gardejägern gehalten werden. Mit Einbruch der Dunkelheit endete die Schlacht. Blücher zürnte, dass „all dies Blut umsonst geflossen sein sollte“. Noch in der Nacht machte er trotz seiner 70 Jahre und seiner Verwundung mit 10 preußischen Schwadronen einen plötzlichen, stürmischen Angriff auf die feindliche Stellung. Der Adjutant Napoleons von Odeleben berichtet: „Mit dumpfen Gerassel rauschten sie heran. Ich glaube, wenn Sie noch 200 Schritte weiter vorgegangen wären, so wurde Napoleon mit seinem ganzen Gefolge gefangen“. Ernste Folgen konnte dieser Angriff aber nicht haben. Als sich das Fußvolk wieder sammelte, zogen sich die Reiter wieder zurück.

Ergebnisse und Fazit

Stundenlang tobte der Kampf um die Dörfer Kleingörschen, Rahna und Großgörschen – nach letzterem erhielt die Schlacht ihren Namen. Mehrfach wechselten die Dörfer Ihre Besitzer. Die Schlacht war äußerst blutig und verlustreich für beide Seiten. Blücher und Scharnhorst, beide wurden im Verlauf der Schlacht verwundet (Scharnhorst verstarb an den Folgen dieser Verwundung am 28. Juni 1813 in Prag), führten mit gezogenem Säbel selbst Attacken der preußischen Kavallerie gegen die französischen Linien. Ebenso wurde auf französischer Seite Marschall Ney verwundet. Die Schlacht wurde am nächsten Tag von den Verbündeten nicht fortgesetzt, da die Gefahr einer Umklammerung durch Napoleon zu groß war. Ebenso der Mangel an Munition und die Erschöpfung der Truppen bewogen die Befehlshaber der Verbündeten dazu, den Kampf abzubrechen und sich in Richtung Altenburg zurückzuziehen. Obwohl Napoleon zum Ende der Schlacht die Oberhand gewonnen hatte, war es keineswegs eine verheerende Niederlage der Verbündeten. Die Verluste auf Seiten der Verbündeten schwanken nach verschiedenen Quellen zwischen 10.000 – 15.000 Mann. Auf französischer Seite zwischen 20.000 – 30.000 Mann. Trotz der Niederlage ging die russisch-preußische Armee geordnet zurück. Ein Ausdruck ihrer Kampfmoral. Sie lieferte den Franzosen in den nächsten Tagen mehrfach erfolgreiche Rückzugsgefechte. Das die Verbündeten nicht gesiegt hatten lag im Wesentlichen an den Fehlern ihrer Oberbefehlshaber. Nur zögerlich wurden die einzelnen Abteilungen nacheinander ins Gefecht geführt. Nicht alle verfügbaren Truppen hatte man herangezogen. Die Vorteile der überlegenen Reiterei sind nicht genügend ausgenutzt worden. Die Reserven wurden zu spät eingesetzt. „Die Idee zur Schlacht war gut, ihre Anlage jedoch schlecht“, war das Urteil Gneisenaus. Napoleon stellte anerkennend fest: „Diese Tiere haben etwas gelernt!“ In seiner eigenen Art drückte Blücher seine Anerkennung aus. Zwei Tage nach der Schlacht ritt er an seine Truppen heran, nahm seine Feldmütze ab und sagte: „Guten Morjen Kinners! Ditmal hat et jut jejangen. De Franzosen sind et jewahr jeworden, mit wem se ze dun hebben. Der König lässt sich bedanken bei euch. Awer dat Pulver is alle. Darum jehen wir zurück bet hinder de Elbe …. Wer nu seggt, dat wir retirieren, dat is en Hundsfott, en schlechter Kerl! Guten Morjen Kinners! „Die preußischen Truppen sind wieder die Preußen Friedrichs geworden!“ In diesen Worten drückte der russische Staatsmann Nesselrode das aus, was viele empfanden.

Biografien der Beteiligten

Gerhard Johann David von Scharnhorst

Chef des Militärreorganisationskommitées

Gerhard Scharnhorst, geboren 1755 auf dem Gut Bordenau, war der Sohn eines Gutsbesitzers und ehemaligen Unteroffiziers. 1773 kam er auf die Kriegsschule des Herzogtums Schaumburg-Lippe. 1782 trat er als Lehrer auf der Artillerieschule in Hannoversche Dienste.
Elf Jahre später nahm er am ersten Koalitionskrieg teil. Er machte sich als Lehrer und Soldat einen so guten Namen, dass er von verschiedenen Staaten umworben wurde. Schließlich trat er 1801 als Oberstleutnant in das preußische Heer ein, nachdem seine Forderungen, darunter die Erhebung in den erblichen Adel (1800), erfüllt worden waren. Neben hohen Kommandoposten hatte er die Leitung der Offizierslehranstalt inne, wo unter anderem Carl von Clausewitz zu seinen Schülern zählte. In der von ihm gegründeten „Militärischen Gesellschaft“ wurde über Neuerungen im preußischen Heer diskutiert, die in den Augen von Scharnhorst und vielen anderen angesichts der Erfahrungen der Koalitionskriege notwendig geworden waren. Einstweilen konnte sich diese Gruppe aber noch nicht gegen die auf dem Erbe Friedrichs des Großen bestehenden Militärs durchsetzen.

Die Einsicht in die Notwendigkeit von Reformen setzte sich erst nach der katastrophalen Niederlage von 1806 durch. Noch vor dem Ausbruch des Krieges hatte Scharnhorst in einer Denkschrift an den König die Schaffung einer „Nationalmiliz“ sowie einen „Nationalkrieg“ angemahnt. Diese Pläne so weit wie möglich umzusetzen ermöglichte ihm seine Berufung zum Chef der „Militärreorganisationskommission“ und in andere hohe Funktionen, die er zum Teil verdeckt ausfüllte, da er Napoleon verdächtig geworden war. Neben der Schaffung eines Massenheeres sind Neuerungen in der Organisation und der Kampftechnik nur einige von vielen Punkten der Militärreformen gewesen, an denen Scharnhorst an erster Stelle beteiligt war.

Anders als einige seiner Kollegen ging er nach dem Bündnis Preußens mit Frankreich gegen den Zaren nicht nach Russland, sondern blieb im Land und verhielt sich ruhig. Nachdem Preußen die Seiten gewechselt hatte, wurde er Stabschef im Korps Blüchers. Die Früchte seiner Arbeit wurden in der – wenn auch verlorenen – Schlacht von Groß-Görschen sichtbar, in der sich die Preußen als gleichwertige Gegner der französischen Armee präsentierten. Scharnhorst erhielt eine Verwundung am Fuß. Statt diese auszukurieren ging er auf diplomatische Mission, um Österreich für das antinapoleonische Bündnis zu gewinnen. Er erlag seiner Verwundung am 28.06.1813 in Prag.

Napoleon I. (von Frankreich)

Kaiser der Franzosen (1804 – 1814/15)

Obwohl Napoleon als Alleinherrscher wieder die Monarchie einführte, vollendete er in vielerlei Hinsicht die gesellschaftlichen Reformideen der Französischen Revolution. Ferner war er unbestritten ein militärstrategisches Genie und der größte Feldherr seiner Epoche. Der auf seine Anregungen entstandene „Code Civil“ oder „Code Napoléon“ war das erste moderne bürgerliche Gesetzbuch und fand durch Napoleons Eroberungszüge in weiten Teilen Europas Verbreitung.

Napoleon wurde am 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika als Sohn eines einflußreichen Landadligen geboren. Von 1779 bis 1785 besuchte er die Militärschulen von Brienne und Paris und trat im Oktober 1785 als Leutnant in die Artillerie ein. Im Zuge der Revolution avancierte er 1791 zum Oberstleutnant der Korsischen Nationalgarde. 1793 brach der französisch erzogene Napoleon mit der korsischen Unabhängigkeitsbewegung unter Pasquale Paoli und übersiedelte mit seiner Familie auf das französische Festland. Dort wurde er, nun im Rangeines Hauptmanns, der Belagerungsarmee vor Toulon zugeteilt, das sich mit Unterstützung der englischen Flotte gegen die Republik gestellt hatte. Durch einen gewitzten Plan des jungen Offiziers glückte die Rückeroberung des Marinestützpunktes. Dieser Erfolg brachte ihm im Alter von 24 Jahren die Beförderung zum Brigadegeneral ein und bildete den Auftakt einer beispiellosen militärischen Karriere.

Nach dem Sturz Robespierres wurde Napoleon, Anhänger der Bergpartei, im Juli 1794 für zwei Wochen inhaftiert und im September 1795 aus der Armee entlassen; aber bereits im Oktober wurde er wieder zurückberufen, um den Aufstand der Pariser Royalisten gegen das Direktorium niederzuschlagen. Nach seinem Sieg über die Aufständischen wurde er am 5. Oktober 1795 zum Befehlshaber der „Armee des Innern“ ernannt.

1796 vermählte sich Napoleon mit Joséphine de Beauharnais. Die Heirat mit einer Aristokratin eröffnete ihm den Zugang zur angestrebten herrschenden Gesellschaftsschicht

Erste Feldzüge

Am 2. März 1796 wurde Napoleon zum Oberbefehlshaber der französischen Armee in Italien ernannt. Nach vier siegreichen Schlachten gegen Österreich und seine Verbündeten (siehe Koalitionskriege) schloß er eigenmächtig einen Waffenstillstand und im Oktober 1797 den Frieden von Campo Formio mit Österreich. Frankreich erhielt den Großteil des eroberten Territoriums in Oberitalien. Diese militärischen und politischen Erfolge, nicht zuletzt auch die Kriegsbeute in Höhe von mehreren Millionen Francs, begünstigten Napoleons späteren Aufstieg zur Macht. Im Dezember 1797 beuftragte ihn das Direktorium mit dem Oberbefehl über die französische Armee, die gegen England eingesetzt werden sollte, entsandte ihn jedoch wenig später mit einem Expeditionskorps gegen Ägypten. Nach anfänglichen Erfolgen wurde die französische Flotte am 1. August 1798 von der englischen unter Admiral Horatio Nelson bei Abukir vernichtend geschlagen. Napoleon kehrte im Oktober 1799 nach Frankreich zurück, die mehrmals geschlagenen französischen Truppen erst 1801.

Napoleons Herrschaft als erster Konsul und als Kaiser

Nach seiner Rückkehr gelang Napoleon nicht zuletzt dank seiner Popularität mit dem Staatsstreich vom 9./10. November 1799 (18./19. Brumaire nach dem Revolutionskalender) der Sturz des Direktoriums. Napoleon setzte eine provisorische Regierung ein, in der er selbst das Amt des Ersten Konsuls übernahm. Am 24. Dezember 1799 wurde die provisorische Regierung durch die Konsulatsverfassung bestätigt; Napoleon wurde zum Ersten der drei Konsuln ernannt, zunächst für zehn Jahre. Diese neue, auf Napoleon ausgerichtete Konsulatsverfassung bedeutete praktisch eine Rückkehr zu einer monarchischen Regierungsform und verlieh Napoleon nahezu diktatorische Regierungsgewalt. 1802 ließ er sich zum Ersten Konsul auf Lebenszeit ernennen, und am 2. Dezember 1804 krönte er sich selbst in der Kathedrale Notre-Dame in Paris zum erblichen Kaiser der Franzosen und ließ sich anschließend vom Papst weihen. Im Mai 1805 krönte er sich in Mailand außerdem zum König von Italien.

Innenpolitisch initiierte Napoleon eine umfassende Reform von Verwaltung, Justiz und Erziehungswesen und schuf ein streng zentralisitisch aufgebautes Staatswesen. Seine bedeutsamste und folgenreichste Neuerung war indessen die Einführung eines neuen bürgerlichen Gesetzbuches, des „Code Civil“, nach seinem Urheber auch „Code Napoléon“ genannt. Es führte gemeinsam mit sechs weiteren Gesetzbüchern zu einer Vereinheitlichung des Rechtswesens und schrieb wichtige Rechtspositionen der Revolution fest, wie die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz und die Religionsfreiheit. In der Praxis waren diese Grundrechte allerdings erheblich eingeschränkt, und obrigkeitliche Willkür und drakonische Zensur waren an der Tagesordnung. Gefürchtet war besonders die Strenge des Polizeiministers Joseph Fouch. Napoleon besetzte die meisten wichtigen Staatsämter mit Mitgliedern seiner Familie und treuen Ergebenen und begründete mit der Ehrenlegion (1802) eine neue Kaste der Nobilität, die sich schnell mit den Repräsentanten des alten Erbadels zu mischen begann und die künftig tonangebende Gesellschaftsschicht bildete.

Außenpolitik und Eroberungskriege

Im Juni 1800 entschied Napoleon mit seinem Sieg in der Schlacht von Marengo über die Österreicher den zweiten Koalitionskrieg für Frankreich; im Frieden von Lunville bestätigten Österreich und seine verbündeten deutschen Fürsten im Februar 1801 die Abtretung des linken Rheinufers und erkannten die Batavische, die Zisalpinische, die Helvetische und die Ligurische Republik an; und im März schlossen Frankreich und England den Frieden von Amiens. Damit waren nicht nur die Grenzen Frankreichs (vor allem die Ostgrenze am Rhein) gesichert, sondern zugleich die politische Geographie in Europa stabilisiert, die allerdings in der Folge gerade durch die napoleonischen Feldzüge noch erheblich verändert werden sollte.

Nach dem Verlust des linken Rheinufers erfolgte im Reich 1803 mit dem Reichsdeputationshauptschluß die territoriale Neugliederung Deutschlands; sie fand ihren Höhepunkt in der Gründung des Rheinbundes, die am 12. Juli 1806 unter der Führung Napoleons erfolgte und die die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches nach sich zog.

1805 hatten sich England, Rußland und Österreich zu einer neuen Koalition, der dritten, zusammengeschlossen. Ursprüngliche Pläne einer Invasion in England gab Napoleon auf und stellte seine Streitkräfte den österreichischen und russischen Truppen entgegen, die er in der Dreikaiserschlacht von Austerlitz am 2. Dezember 1805 vernichtend schlug. 1806 eroberte er das Königreich Neapel und setzte seinen älteren Bruder Joseph Bonaparte als König ein. Außerdem wandelte er die Batavische Republik in ein Königreich um, das sein Bruder Louis Bonaparte erhielt. Mit seinem Sieg über die vereinten Preußen und Russen in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt im Oktober 1806 hatte Napoleon endgültig die uneingeschränkte Vorherrschaft in Mitteleuropa gewonnen. Nach einem weiteren Sieg über die russische Armee bei Friedland im Juni 1807 gewann er Zar Alexander I. als Verbündeten. Im Frieden von Tilsit vom Juli 1807 verlor Preußen einen erheblichen Teil seines Territoriums, das nun den von Napoleon nach dem Friedensschluß von Tilsit neu errichteten französischen Vasallenstaaten, dem Königreich Westfalen und dem Herzogtum Warschau, zugeschlagen wurde; in Westfalen setzte Napoleon seinen Bruder Jérôme als König ein. Außerdem besetzte Napoleon Preußen.

Unterdessen hatte Napoleon eine Blockade gegen den Export britischer Waren in das restliche Europa, die so genannte Kontinentalsperre, errichtet, die allerdings wenig Wirksamkeit zeigte. Erfolgreicher verliefen Napoleons Unternehmungen auf der Iberischen Halbinsel: 1807 geriet Portugal, 1808 Spanien unter französische Herrschaft. Joseph Bonaparte erhielt den spanischen Königsthron, Neapel wurde Napoleons Schwager Joachim Murat zugesprochen. Der Krieg in Spanien kostete Frankreich indessen 300.000 Menschenleben, verursachte enorme Kosten und trug letztlich zur Schwächung der napoleonischen Herrschaft bei. Napoleon konnte in Spanien die französische Herrschaft nie ganz durchsetzen, und 1813 wurden die französichen Truppen endgültig aus Spanien verdrängt.

1809 schlug Napoleon die Österreicher erneut bei Wagram und zwang sie zum Frieden von Schönbrunn, in dem Österreich weitere Gebiete an Frankreich abgeben mußte. Napoleon ließ sich außerdem von Joséphine scheiden und vermählte sich 1810 mit der Habsburgerin Marie Louise, der Tochter des österreichischen Kaisers Franz I. In diese Verbindung mit einem der ältesten und mächtigsten Herrscherhäuser Europas setzte Napoleon große Hoffnungen hinsichtlich einer neuen europäischen Herrscherdynastie, die sich allerdings nicht erfüllen sollten; außerdem glaubte er, durch diese Ehe Österreich in der Zukunft von antinapoleonischen Koalitionen fernhalten zu können.

1810 annektierte Napoleon Bremen, Lübeck und weitere Teile Norddeutschlands sowie – nach der erzwungenen Abdankung Louis Bonapartes – das gesamte Königreich Holland, womit sein Imperium seine größte Ausdehnung erfuhr

Napoleonische Herrschaft in Europa

In fast allen Gebieten, die unter napoleonischer Herrschaft standen, wurde die Staatsverfassung geändert und der „Code Napolon“ als Zivilrecht eingeführt. Das bedeutete für große Teile der betroffenen Bevölkerung erstmals eine Garantie bürgerlicher Rechte. Auch in Deutschland wurden die Reformen von demokratisch gesinnten Kräften vielerorts begrüßt, andererseits befürworteten diese Kreise zugleich einen deutschen Nationalstaat, was sie wiederum in Gegensatz zu Napoleon brachte. Im Rahmen eines romantisierten Patriotismus sollten sie eine wichtige Rolle in den Befreiungskriegen spielen. Insgesamt wuchs der Widerstand gegen die französische Fremdherrschaft in ganz Europa, wurde aber zunächst noch in Schach gehalten (z. B. Andreas Hofer in Tirol).

Napoleons Niedergang

1812 war das Jahr der Wende in Napoleons politischem und militärischem Schicksal. Entscheidend war Napoleons Feldzug nach Rußland (siehe „Napoleon: Der Rulandfeldzug“). Nachdem es u. a. über die Kontinentalsperre mit Alexander I. zum Bruch gekommen war, marschierte Napoleon mit seiner Gránde Arme in Rußland ein und führte sie bis vor die Tore Moskaus. Der Brand der Stadt, von den Einwohnern selbst gelegt, wurde zum Fanal für den Niedergang des Feldherrn und Kaisers.

Die völlige Erschöpfung der Ressourcen durch die häufigen Kriege, rigorose Steuerpolitik und Polizeiherrschaft hatten Napoleon längst bei der französischen Bevölkerung in Mißkredit gebracht. Der sieglose und verlustreiche Rückzug seiner Truppen im russischen Winter brachte sie weiter gegen ihn auf und rief die europäischen Herrscher gegen Napoleon auf den Plan. Als Erste verbündeten sich Preußen und Rußland. Österreich, England, Schweden und Bayern schlossen sich an. Dieser Übermacht erlag das napoleonische Heer schließlich trotz heftiger Gegenwehr in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813.

Anfang 1814 zogen die Verbündeten unter der Führung des preußischen Generals Blücher in Paris ein. Napoleons Offiziere verweigerten die weitere Gefolgschaft, am 2. April 1814 setzte der Senat den Kaiser ab, und nachdem die Verbündeten auch einen Rücktritt zugunsten seines Sohnes abgelehnt hatten, dankte Napoleon am 6. April 1814 ab. Er erhielt die Mittelmeerinsel Elba als souveränen Besitz und durfte seinen Kaisertitel behalten. Seine Ehegattin Marie Louise und ihr gemeinsamer Sohn wurden von seinem Schwiegervater, Kaiser Franz I. von Österreich, in Gewahrsam genommen. Napoleon sah die beiden niemals wieder.

Napoleon selbst kehrte im März 1815 nach dramatischer Flucht noch einmal nach Paris zurück, für die „Herrschaft der Hundert Tage“. Es gelang ihm zwar, durch das Versprechen einer neuen, demokratischeren Verfassung, erneut die Veteranen der alten Feldzüge um sich zu sammeln, seine Friedensinitiative bei den Verbündeten schlug hingegen fehl. Die vereinten preußischen und englischen Streitkräfte unter Führung von Wellington und Blücher bereiteten den napoleonischen Truppen in der Schlacht von Waterloo am 18. Juni 1815 eine vernichtende Niederlage. Napoleon wurde auf die winzige englische Insel Sankt Helena im Südatlantik verbannt, wo er am 5. Mai 1821 an Magenkrebs starb. Seine Gebeine wurden 1840 in den Pariser Invalidendom überführt.

Friedrich Wilhelm III. von Preussen

Preussischer Monarch (Regierungszeit 1797 – 1840)

Ehen:

Wie schon des öfteren in der Geschichte des preussischen Königshauses empfindet der Sohn eine starke Abneigung gegen die Lebensweise des Vaters. Die Affären Friedrich Wilhelm II., die Sittenlosigkeit des Hofes und die höfischen Intrigen haben den Kronprinzen zu einen in sich zurückgezogenen Menschen werden lassen der die Lebensweise seines Vaters verabscheut.
Seine eigene Ehe mit Luise von Mecklenburg-Strelitz ist glücklich und vorbildhaft. Den bescheidenen, fast bürgerlichen Lebensstil den er im Kronprinzenpalais führt, behält Friedrich Wilhelm III. auch nach seiner Thronbesteigung 1797 bei. In einer der ersten Amtshandlungen verweist der junge König die Günstlinge und Mätressen seines Vaters des Hofes.
Luise wird wegen ihrer Anmut und Schönheit von der Bevölkerung verehrt. Die Prinzessinnengruppe von Gottfried Schadow und der Sarkophag der Königin Luise von Daniel Christian Rauch sind nur zwei Beispiele von vielen künstlerischen Auseinandersetzung mit der hochgeschätzten und verehrten Gemahlin Friedrich Wilhelms III..
Friedrich Wilhelm III. gilt als zögerlich und von Skrupeln geplagt. Mit dieser Haltung und seiner Bemühung um Neutralität verursacht er die katastrophale Niederlage 1806 gegen die Armee Napoleons. Der Besuch Luises bei Napoleon mit der Bitte um Milde bringt ihr endgültig die ungeteilte Bewunderung und Liebe des Volkes ein. Die Erwerbungen, die Friedrich Wilhelm II. durch die 1. und 2. Polnische Teilungen erringen konnte, gehen im Frieden von Tilsit wieder verloren.
Starken Einfluss haben die Minister auf die Bereitschaft Friedrich Wilhelm III. Reformen zu bewilligen. Neben einer Verwaltungs- und Regierungsreform, einer Agrarreform, Finanzreform stimmt der König auch der Gewerbefreiheit und Bildungsreform zu.
1813 wird die Armee Napoleons von den alliierten Heeren vernichtend geschlagen. Der Wiener Kongress beschließt 1815, das Preussen die 1806 verlorenen Gebiete fast alle zurück bekommt und noch weitere Gebiete gewinnt. Nach den Freiheitskriegen erlässt Friedrich Wilhelm III. – ganz im Sinne der restaurativen Bestrebungen des österreichischen Kanzlers Metternich – eine Reihe von Verordnungen, die freiheitliche und nationale Bestrebungen in Preussen unterdrücken.
Am 7.06. 1840 stirbt Friedrich Wilhelm III. in Berlin.

Zar Alexander I.

Russischer Monarch

Sohn des Zaren Paul I. und der Prinzessin Maria von Württemberg, geboren am 23. Dezember 1777, gelangte nach der Ermordung seines Vaters am 24. März 1801 auf den Thron, beförderte Künste und Wissenschaften durch Gründung von Schulen und Universitäten, Anlegen von Sammlungen und Bibliotheken, hob die Leibeigenschaft in Estland, Kurland und Livland auf, schloß sich 1805 der Koalition gegen Frankreich an, kämpfte in der Schlacht bei Austerlitz, kam 1807 Preußen zur Hilfe, ließ sich aber in Tilsit von Napoleon I. für eine Teilung der Herrschaft über Europa gewinnen und bemächtigte sich 1809 Finnlands und der Donauländer. Napoleons Eroberungspläne, die Kontinentalsperre und die Besitznahme Oldenburgs durch die Franzosen lösten das Bündnis und nach Napoleons verunglücktem Feldzug nach Rußland 1812 spielte Alexander während der Befreiungskriege und auf dem Wiener Kongreß die entscheidende Rolle. Die Neigung Alexanders zu mystischer Frömmelei unter dem Einfluß der Frau von Krüdener hatte die Stiftung der heiligen Allianz zur Folge, in der sein Einfluß sehr groß war. Durch freiheitliche Regungen im inneren Leben Rußlands erschreckt, schlug Alexander die Bahn der Reaktion ein. Er starb, während einer Reise auf die Krim, zu Taganrog am 1. Dezember 1825.

August Wilhelm Anton Graf Neidhardt von Gneisenau

Preussischer General und Heeresreformer

Preußischer General und Heeresreformer, kurzes Studium an der Universität Erfurt danach Angehöriger der österreichischen, 1780 der ansbach-bayreuthischen Armee ein, mit der er auf der Seite Großbritanniens 1782/83 am Nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieg teilnahm, 1785 als Offizier in preußische Diensten, nahm im Rahmen des 4. Koalitionskrieges an der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt (1806) teil und erhielt 1807 das Kommando über die Festung Kolberg, die er bis zum Frieden von Tilsit mit Erfolg gegen Napoleon verteidigte, leitete zusammen mit Gerhard von Scharnhorst in den Jahren vom 1807-09 die preußische Heeresreform ein, gan Anstoß für die Einrichtung einer Kriegsschule, was wesentlich zur Effizienz der Armee beitrug, und forderte die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung von Offizieren und Soldaten, schaffte die Prügelstrafe ab und trat für die allgemeine Wehrpflicht ein. War ab 1811 für einen Befreiungskrieg gegen Napoleon. Unter Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher war er als Generalquartiermeister maßgeblich an der Völkerschlacht bei Leipzig beteiligt und zwei Jahre später am endgüötigen Sieg über Napoleon bei der Schlacht von Waterloo. 1818 wurde Gneisenau Gouverneur von Berlin und 1825 zum Feldmarschall ernannt. 1831, während des polnischen Aufstandes, übernahm er den Oberbefehl über preußische Truppen im Osten und starb wenig später in Posen an der Cholera.

Michael Ney

Französischer Feldmarschall

Im Haus Bierstraße Nr. 13 wurde am 10. Januar 1769 Michael Ney geboren. Der Sohn eines Küfers trat mit 19 Jahren in Metz in die „Grande Armee“ ein und brachte es unter Napoleon bis zum Marschall Frankreichs. „Le brave des braves“ (der Tapferste der Tapferen) nannte ihn sein Kaiser. Nach der Abdankung Napoleons ließen ihn die Bourbonen in Rang und Ehren. Im März 1815 entschied er durch das Übertreten seiner Truppen auf die Seite des aus Elba zurückkehrenden Napoleons die Lage zu Ungunsten der Bourbonen, die ihn dann nach Napoleons Niederlage von Waterloo 1815 in Paris wegen Hochverrats vor Gericht brachten. Ney wurde zum Tode verurteilt und am 7. Dezember 1815 im Jardin du Luxembourg erschossen.

Gebhard Leberecht von Blücher

Feldmarschall und Fürst von Wahlstadt

Gerhard Leberecht von Blücher wurde 1742 als Sohn eines aus mecklenburgischem Ur-Adel stammenden Offiziers und Gutsbesitzers in Rostock geboren. Seinen militärischen Beruf begann er mit sechzehn Jahren als schwedischer Husar. 1760 von den Preußen gefangengenommen, ließ er sich zum Übergang auf die Seite des Gegners bewegen. Seine von da an planmäßig verlaufende und durch seine Tapferkeit im Siebenjährigen Krieg noch beschleunigte Karriere als Reiteroffizier wurde 1773 unterbrochen, als er sich lautstark über eine vermeintliche Auslassung bei der Beförderung beschwerte und entlassen wurde. Erst unter Friedrich Wilhelm II. konnte er wieder in die Armee eintreten und die verlorenen Jahre durch ein rückdatiertes Majorspatent aufholen. In der Zwischenzeit hatte er sein Gut bewirtschaftet und war außerdem Deputierter in der Landschaftsdirektion von Pommern gewesen.

Blücher nahm am ersten Koalitionskrieg teil und wurde u. a. 1803 Miltärgouverneur in Münster, wo er außerdem Obermeister der dortigen Freimaurer war. 1805 vertrat er in einer Denkschrift die Idee einer allgemeinen Wehrpflicht für Preußen. Bei der Niederlage im Jahr darauf blieb der inzwischen zum Generalleutnant aufgestiegene Blücher der einzige höhere Kommandeur, der sich wirklich bewährt hatte und wurde so einer der Hoffnungsträger für die ersehnte Befreiung von der französischen Herrschaft. Blücher litt regelrecht physisch an der Lage seines Landes und unterstützte als Generalgouverneur für Pommern die Heeresreform. Aus Enttäuschung über die Zurückhaltung Preußens bei der Erhebung Österreichs, reichte er seinen Rücktritt ein, die der König mit einer weiteren Beförderung beantwortete. 1813 wurde er zum Befehlshaber der Schlesischen Armee ernannt, mit Gerhard von Scharnhorst als Stabschef und Neidhardt von Gneisenau als Generalquartiermeister. Seine Armee gab den Ereignissen einen entscheidenden Anstoß, als sie in der Neujahrsnacht den Rhein überquerte, um auf eine endgültige Niederwerfung Napoleons hinzuwirken. Nach dem Sieg im Jahr 1814, die ihm die Erhebung in den Fürstenstand einbrachte, hatte Blücher mit seinem Stabschef Gneisenau auch entscheidenden Anteil am Sieg bei Waterloo. Nachdem Napoleon aus der Verbannung von Elba zurückgekehrt war und für 100 Tage noch einmal die Macht an sich riß, mußte Blücher wieder ins Feld ziehen. Blücher und der britische General Wellington zogen mit je einem Heer gegen Napoleon. Hierbei wurde Blücher bei Ligny zunächst geschlagen, konnte sich aber vom Feind lösen. Auch Wellington wurde bei Waterloo stark durch die Franzosen in die Defensive gedrängt. Hierbei soll dieser den berühmten Ausspruch getan haben: „Ich wollte es wäre Nacht oder die Preußen kämen!“ Die Preußen kamen auch, da Blücher, nachdem er sich zunächst geschlagen geben mußte, dem bedrängten Wellington zu Hilfe eilte und sie gemeinsam die Armee Napoleons endgültig und für immer schlugen.
Blücher, so berichtet eine Anekdote, soll am 30.März 1814, als er vom Montmartre herab auf das besiegte Paris blickte, gesagt haben: „Luise ist gerächt!“ Blücher war im Volk legendär, selbst Ernst Moritz Arndt widmete ihm ein patriotisches Lied. Er starb 1819 auf seinem schlesischen Gut Krieblowitz.

Leopold Viktor Friedrich von Hessen-Homburg

Leopold Viktor Friedrich, geboren am 10. Februar 1787, war der jüngste Sohn des Landgrafen Friedrich V. Ludwig von Hessen-Homburg. Er und seine fünf Brüder hatten militärische Ambitionen und waren leidenschaftliche Gegner des französischen Kaisers Napoleon.
Leopolds Brüder standen als Offiziere in österreichischen bzw. preussischen Diensten. Den jüngsten Sohn wollten die Eltern einen friedlichen Beruf ergreifen lassen. Trotz großer Neigung zur Natur und einer ausgezeichneten wissenschaftlichen und musikalischen Bildung des Prinzen überwog sein patriotisch motivierter Drang zum bunten Tuch. Als seine Schwester Marianne 1804 Prinz Wilhelm von Preußen, einen Bruder des Königs, heiratete, gaben die Eltern ihren Widerstand auf und gestatteten es dem Lieblingssohn, ins preussische Herr einzutreten.
Der Wunsch des Prinzen, gegen Napoleon ins Feld zu ziehen, erfüllte sich bald. Als Hauptmann in einem Infanterieregiment nahm er an der Schlacht bei Jena und Auerstedt teil und geriet beim Rückzug bei Prenzlau in Gefangenschaft. Auf Ehrenwort entlassen, verbrachte er gleich seinem Bruder Ludwig drei Jahre voller Ungeduld im Elternhaus. Das Jahr 1810 sah Prinz Leopold wieder als preussischen Offizier in Berlin. Als sich Napoleon 1812 gegen Rußland wandte und dabei Preussen als sein Verbündeter, Truppen stellen mußte, reichte Leopold seinen Abschied ein. Er hatte die Absicht, in Spanien gegen Napoleon zu kämpfen. Das verwehrten ihm die Eltern und verstanden es, ihn in Homburg zu halten, bis zum Eintreffen der Nachricht von Napoleons vernichtender Niederlage in Rußland. Über Österreich, wo er sich von seinen dort dienenden Brüdern verabschiedete, eilte Prinz Leopold nach Breslau und stellte sich erneut in preussischen Dienst. Im Blücherschen Korps zog er als Major über Dresden, Chemnitz und Altenburg bis auf das Schlachtfeld von Großgörschen. Dem Stab des Generals Ziethen zugeordnet, ritt er an dessen Seite im Sturm auf das Dorf. Dabei ereilte ihn die tödliche Kugel.
Von den zurückziehenden russischen und preussischen Truppen wurde der Leichnam des Prinzen in der Gottesackerkirche zu Pegau zurückgelassen. Napoleon ließ ihn in der Annahme, es sei der Prinz von Mecklenburg-Strelitz, ein Bruder der preussischen Königin Luise, in Pegau mit militärischen Ehren begraben. Während des Waffenstillstandes wurde die Leiche des Prinzen unter nahezu abenteuerlichen Umständen wieder ausgegraben und nach Homburg gebracht, wo sie in der landgräflichen Gruft ihre letzte Ruhestätte fand.

Hans David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg

Preussischer Offizier und Feldmarschall, schloss 1812 die Konvention von Tauroggen

Yorck wurde am 26. September 1759 in Potsdam geboren. Er zeichnete sich in den Kriegen gegen Frankreich seit 1794 aus und wurde 1811 zum Generalgouverneur von West- und Ostpreußen ernannt. Im Russlandfeldzug Napoleons (siehe napoleonische Kriege) war er Befehlshaber des preußischen Hilfskorps. Nach dem Rückzug und der Niederlage der Grande Armée erklärte Yorck in der eigenmächtig von ihm mit der russischen Seite am 30. Dezember 1812 abgeschlossenen Konvention von Tauroggen die preußischen Truppen für neutral. Die Übereinkunft gab den Auftakt zur Erhebung Preußens gegen Napoleon, zu der Yorck im Februar 1813 in der Ständeversammlung in Königsberg aufrief. Nachdem seine eigenmächtige Handlungsweise in Tauroggen zunächst vom preußischen König getadelt worden war, erwarb er sich in den Schlachten der Befreiungskriege gegen Frankreich weiteren Kriegsruhm; Anfang Oktober 1813 erkämpfte er mit der Schlesischen Armee unter Gebhard Leberecht Blücher bei Wartenburg den Elbübergang. 1814 wurde Yorck in den Grafenstand erhoben, 1821 zum Feldmarschall ernannt. Yorck starb am 4. Oktober 1830 in Klein Oels.

Jean-Baptiste Bessieres (Herzog von Istrien)

Französischer Marschall seit 1804

Bessières stammte von nicht begüterten Eltern ab, sein Vater war Chirurg in Prayssac (Département Lot). Auch Béssieres selbst sollte ursprünglich Chirurg werden, trat jedoch 1790 als Gemeiner in die konstitutionelle Garde Ludwigs XVI. ein und diente 1792 in die Legion der Pyrenäen. Er wurde 1794 zum Hauptmann befördert und kämpfte 1796 bis 1797 in Italien mit Auszeichnung. Bessières gewann Napoléon Bonapartes Gunst, der ihm 1796 die Organisation und das Kommando der Guideneskadron übertrug. 1798 machte er als Brigadegeneral die Expedition nach Ägypten mit und kämpfte tapfer vor St. Jean d’Acre und in der Schlacht von Abukir.

Mit Bonaparte nach Frankreich zurückgekehrt, stand er ihm am 18. Brumaire zur Seite, organisierte dann die neugeschaffene italienische Armee, zwang bei Marengo durch eine glänzende Kavallerieattacke die Österreicher zum Rückzug, wurde 1802 zum Divisionsgeneral und nach der Thronbesteigung Napoleons I. 1804 zum Marschall ernannt.

In den Kriegen von 1805 bis 1807 befehligte er die Gardekavallerie. 1806 führte er ein Kavalleriekorps bei Jena. 1808 war er Gesandter Napoleons I. in Stuttgart bei der Vermählung Jérômes von Westfalen mit der Prinzessin Katharina. Zum Herzog von Istrien erhoben, befehligte er 1808 bis 1809 in Spanien das I. Armeekorps und errang bedeutende Erfolge. Im Kriege gegen Österreich führte er die Reservekavallerie, an deren Spitze er bei Landshut und Eggmühl siegreich focht. Bei Aspern und Wagram hatte er entscheidende Reiterangriffe auszuführen, doch ohne den gewünschten Erfolg; bei Wagram wurde er verwundet.

Nach dem Frieden von Schönbrunn erhielt er den Oberbefehl in Holland, 1811 das Gouvernement von Altkastilien und León und folgte 1812 dem Kaiser mit der Garde und einem starken Reiterkorps nach Russland, wo er auf dem Rückzug die größte Besonnenheit und Kaltblütigkeit zeigte. Bei der Eröffnung des Feldzugs von 1813 war Bessières Oberbefehlshaber der gesamten französischen Reiterei. Als er im Mai bei Rippach zwischen Weißenfels und Lützen mit den Tirailleuren gegen Wintzingerodes Haufen vorrückte, zerschmetterte ihm eine Kanonenkugel die Brust. Am nächsten Tag starb er und wurde im Invalidendom beigesetzt. Napoleon I. vermachte noch auf St. Helena dem Sohn 100.000 Franken, da Bessières arm gestorben war.

Auguste-Frédéric-Louis Viesse de Marmont (Herzog von Ragusa)

Französischer Marschall seit 1809

Bereits im Alter von 15 Jahren dient Marmont bei der Infanterie im Range eines Unterleutnants. Bei der Belagerung von Toulon lernt er Napoleon kennen. Den Feldzug in Ägypten beendet er im Range eines Generals. Im Jahr 1800 befehligt er in Italien die Artillerie und avanciert nach der Schlacht von Marengo zum Divisionsgeneral. Nach dem Sieg über die Russen bei Castelnuovo, am 31. Oktober 1807, übernimmt er die Verwaltung der Republik Ragusa. In der Schlacht bei Wagram am 7. Juli 1809 hat er das Kommando über eine der Avantgarden. Drei Tage später erstürmt er die Höhen von Znaim. Noch auf dem Schlachtfeld ernennt ihn Napoleon zum Marschall. Ab 1811 erhält er das Kommando in Portugal. Am 22. Juli 1812 unterliegt er in der Schlacht bei Salamanca den Truppen unter Wellington und wird schwer verwundet.

Im Frühjahr 1813 übernimmt er, obwohl noch nicht vollends wieder genesen, das 6. Armeekorps und kämpft mit jenem in Großgörschen, Bautzen, Möckern, und Dresden. Am 30. März 1814 gehört er zu dem Verteidigern von Paris. Am Abend sah er sich zur Kapitulation gezwungen und nahm Verhandlungen mit den Verbündeten auf. Napoleon legte ihm das aber als Verrat aus. Ludwig XVII. bestätigte alle Ämter und Würden. Als Chef der königlichen Haustruppen begleitet er Ludwig auf seiner Flucht vor Napoleon am 20. März nach Gent. Napoleon nimmt Marmont während der „100 Tage” deshalb ausdrücklich von der Amnestie aus. Seine letzten Lebensjahre verbringt er in Wien und Venedig. Am 2. März 1852 stirbt er als letzter Marschall des 1. Kaiserreiches in Venedig. Er gehörte zu den gebildetsten und tüchtigsten Feldherren seiner Zeit.

Truppenverzeichnis

Die kaiserlich-französische Armee und die Rheibundarmee

  • Oberbefehlshaber: Kaiser Napoleon Bonaparte
  • Majorgeneral: Marschall Berthier
  • Generalintendant: Staatsrat Graf Daru
  • Chef der Artillerie: Divisionsgeneral Graf Sorbier
  • Chef der Ingeneure: Brigadegeneral Kirgener

Die Kaisergarde: Marschall Mortier, Herzog von Treviso

  • Majorgeneral: Marschall Duroc
  • Gardeinfanterie der Alten Garde: Marschall Soult
  • Gardeinfanterie: Marschall Mortier
  • Gardekavallerie: Marschall Bessière
  • Gardeartillerie: Brigadegeneral Dulauloy

Alte Garde: Divisionsgeneral Baron Roguet, Brigadegeneral Rottembourg

  • 2 Batl. Grenadiere
  • 2 Batl. Jäger
  • 2 Batl. Beliten von Turin und Florenz
  • 1 Fußbatterie (im allgemeinen 8, die reitenden 6 Geschütze)
  • 1 Sappeurkompanie

1. Division Junger Garde: Divisionsgeneral Graf Dumoustier

Brigadegeneral G. Tindal: 1., 2., 6. Voltigeuregiment zu je 2 Batl.

Brigadegeneral Lanusse: 1., 2. Tiralleurregiment zu je 2 Batl.

Brigadegeneral Baron Berthezène: 6., 7. Tiralleurregiment zu je 2 Batl, 1 Batl. Füsilier-Grenadiere, 1. Batl. Füsilier-Jäger, 3 Fußbatteriel, 1 Sappeurkompanie

Garde-Kavallerie: Division General Walther und Lefebvre-Desnounettes
Elite-Gendarmierie, Grenadiere zu Pferde, Dragoner, Jäger zu Pferde, Lanciers, Ehrengarden ges. 15 Schwadronen

Artillerie-Reserve: Divisionsgeneral Desvaux
1 zwölfpfündige Fußbatterie, 2 reitende Batterien, 1 Sappeur-Kompanie

Summe:
22 Batl., 15 Schwadronen, 8 Batterien:
10450 Mann Infanterie
2750 Reiter
1200 Mann Artillerie und Genie (Logistik)

14400 Mann gesamt und 58 Geschütze

Erstes Kavalleriekorps: Divisionsgeneral Latour-Maubourg, Marquise de Fay

1. leichte Division: Divisionsgeneral Bruyeres
4 Schwadronen verschiedener Regimenter

(3. leichte Division: abkommandiert zum 5. Armeekorps)

1. schwere Division: Divisionsgeneral de Bordesoulle
3,5 Schwadronen verschiener Regimenter

3. schwere Division: Divisionsgeneral Bar. Doumere
4 Schwadronen verschiedener Regimenter
1 reitende Batterie

Summe:
11,5 Schwadronen, 1 Batterie:
1820 Reiter
100 Mann Artillerie

1820 Mann mit 6 Geschützen

3. Armeekorps: Marschall Ney, Herzog von Elchingen, Fürst von der Moskwa

8. Division: Divisionsgeneral Graf Souham

Brigadegeneral G. Lamour:
6., 10. Provisorisches Leichtes Infanterieregiment; 14. und 19. Provisorisches Linien-Infanterieregiment zu je 2 Batl.

Brigadegeneral Baron Chemineau:
22. Linien-Infanterieregiment (4 Batl.), 21. und 24. Provisorische Linien-Infanterieregiment zu je 2 Batl. 2 Fußbatterien, 1 Sappeurkompanie

9. Division: Divisionsgeneral Graf Brenier
Brigadegeneral Anthing:
29. Leichtes Infanterieregiment (1 Batl.),
2. Provisorisches Leichtes Infanterieregiment (2 Batl.), 136. Linien-Infanterieregiment (4 Batl.)

Brigadegeneral Grillot:
138. und 145. Linien-Infanterieregiment zu je 4 Batl.,
2 Fußbatterien, 1 Sappeurkompanie

10. Division: Divisionsgeneral Baron Girard

Brigadegeneral Goris:
4. Provisorisches Leichtes Infanterieregiment (2 Batl.), 139 Linien-Infanterieregiment (4 Batl.)

Brigadegeneral Van Dedem:
140 und 141. Linien-Infanterieregiment zu je 4 Batl.
2 Fußbatterien, 1 Sappeur-Kompanie

11. Division: Divisionsgeneral Baron Ricard

Brigadegeneral Tarayre:
9. Leichtes Infanterieregiment,
17. und 18. Prov. Linien-Infanterieregiment zu je 2 Batl.

Brigadegeneral Dumoulin:
142. und 144. Linien-Infanterieregiment zu je 4 Batl. 2 Fußbatterien, 1 Sappeurkompanie.

39. Division: Divisionsgeneral Graf Marchand

Brigadegeneral von Stockhorn: 1. Badisches Infanterieregiment (1 Batl.),
3. Badisches Infanterieregiment Großherzog (2 Batl.)

Brigadegeneral Prinz Emil von Hessen:
Hessische Leibgarde- und Leib-Infanterieregiment zu je 2 Batl.,
1 Garde- und 1 Leib-Fusilierbataillon,
1 Bataillon Frankfurter
Badische Fußbatterie, 1 Hessische Fußbatterie (8 Geschütze)

Kavallerie Brigade:
Divisionsgeneral Kellermann, Graf von Valmy 10. Husarenregiment (5 Schwadronen),
1. Badisches Dragonerregiment (3 Schwadronen) Artillerie-Reserve noch nicht eingetroffen. Genie-Reserve: 2 Sappeurkompanien

Summe:
69 Bataillone, 8 Schwadronen, 9 1⁄2 Batterien
42400 Mann Infanterie
1100 Reiter
2050 Mann Artillerie und Genie

45550 Mann mit 76 Geschützen

4. Armeekorps: Divisionsgeneral Graf Bertrand

12. Division: Divisionsgeneral Graf Morand

Brigadegeneral Bellair:
3. Provisorisches Leichtes Infanterieregiment (2 Batl.), 13. Linien-Infanterieregiment (5 Batl.)

Brigadegeneral Sicard:
2. Provisorisches Illyrisches Infanterieregiment (2 Batl.), 23. Linien-Infanterieregiment (4 Batl.)
2. Neapolitanisches Jägerregiment zu Pferde (2 Schwadronen)
2 Fuß- und 1 reitende Batterie, 1 Sappeurkompanie

15. Division (italienische): Divisionsgeneral de Pehri

Brigadegeneral Martelli:
1. und 4. Linien-Infanterieregiment zu je 2 Batl.

Brigadegeneral San Andrea:
1. Leichtes Infanterieregiment (2 Batl.), 6. Linien-Infanterieregiment (3 Batl.)

Brigadegeneral Balathier:
Mailänder Gardebataillon,
7. Linien-Infanterieregiment (3 Batl.)
3 Fußbatterien zu 8 und 6 Geschützen, 1 Sappeurkompanie

38. Division (württembergische): Divisionsgeneral von Franquemont

Brigadegeneral von Reuffer:
1. und 2. Infanterieregiment zu je 2 Batl.

Brigadegeneral von Stockmayer:
9. und 10. (Leichtes) Infanterieregiment zu je 1 Batl., 7. Infanterieregiment (2 Batl.)

Brigadegeneral von Jett:
1. und 3. Kavallerieregiment zu je 4 Schwadronen, 1 Fuß-, 1 reitende Batterie (zu je 6 Geschützen)

Italienische Kavallerie Division (noch nicht auf dem Kriegsschauplatz): Divisionsgeneral Fresia

Brigadegeneral Jaquet:
1. Jägerregiment,
Napoleon-Dragonerregiment zu je 4 Schwadronen,
1 reitende Batterie

Summe: (ohne Kav. Div. Fresia)
34 Bataillone, 10 Schwadronen, 8 Batterien
22500 Mann Infanterie
1470 Reiter
1130 Mann Artillerie und Genie

25100 Mann mit 54 Geschützen

5. Armeekorps: Divisionsgeneral Graf Lauriston

16. Division: Divisionsgeneral Baron Maison

Brigadegeneral Avril:
151. Linien-Infanterieregiment (3 Batl.)

Brigadegeneral Fezensac:
152. Linien-Infanterieregiment (3 Batl.)

Brigadegeneral Penne:
153. Linien-Infanterieregiment (4 Batl.) 2 Fußbatterien, 1 Sappeurkompanie

17. Division: Divisionsgeneral Baron Puthod, abkommandiert an die Niederelbe
Brigadegeneral Bachot:
146. und 147. Linien-Infanterieregiment zu je 4 Batl.,

Brigadegeneral Pastol:
148. Linien-Infanterieregiment (4 Batl.) 2 Fußbatterien, 1 Sappeurkompanie

18. Division: Divisionsgeneral Lagrange

Brigadegeneral Charrière:
154. Linien-Infanterieregiment (4 Batl.), 3. Fremdenregiment (3 Batl.)

Brigadegeneral Suden:
134. Linien-Infanterieregiment (2 Batl.), 155. Linien-Infanterieregiment (4 Batl.), 2 Fußbatterien, 1 Sappeurkompanie

19. Division: Divisionsgeneral Vicomte de Rochambeau

Brigadegeneral Vicomte de Lacroix:
135. Linien-Infanterieregiment (4 Batl.)

Brigadegeneral Longchamp:
149. Linien-Infanterieregiment (4 Batl.)

Brigadegeneral Lafitte:
150. Linien-Infanterieregiment (4 Batl.) 2 Fußbatterien, 1 Sappeurkompanie

3. Leichte Kavalleriedivision (vom 1. Kavalleriekorps): Divisionsgeneral Chastel
5 Schwadronen verschiedener Regimenter

Artilleriereserve: Brigadegeneral Camas
2 Fuß-, 2 reitende Batterien

Geniereserve:
2 Sappeurkompanien

Summe:
ohne 17. Division, ohne 152. Linien-Infanterieregiment und das 3. Fremdenregiment: 29 Batl., 5 Schwadronen, 10 Batterien:
18500 Mann Inf.
870 Reiter

1350 Mann Artillerie und Genie

6. Armeekorps: Marschall Marmont, Herzog von Ragusa

20. Division: Divisiongeneral Graf Compans

Brigadegeneral Cacault:
32. Leichtes Infanterieregiment (2 Batl.),
1. Marine-Artillerieregiment (4 Batl.)

Brigadegeneral Joubert:
20. und 25. Provisorisches Linien-Infanterieregiment zu je 2 Batl.
3 Marine-Artillerieregiment (2 Batl.) 2 Fußbatterien, 1 Sappeur-Kompanie

21. Division: Divisionsgeneral Graf Bonet

Brigadegeneral ?:
37. Leichtes Infanterieregiment (4 Batl.), Spanisches Regiment Joseph Napoleon (1 Batl.), 4. Marine-Artillerieregiment (2 Batl.)

Brigadegeneral Buquet:
2. Marine-Artillerieregiment (6 Batl.) 2 Fußbatterien, 1 Sappeurkompanie

22. Division: Divisionsgeneral Baron Friederichs

Brigadegeneral Ficatier (?):
23. Leichtes Infanterieregiment (2 Batl.),
11. und 13. Prov. Linien-Infanterieregiment (je 2 Batl.), 15. Linien-Infanterieregiment
(2 Batl.)

Brigadegeneral (?):
16. Provisorisches Linien-Infanterieregiment (2 Batl.),
15., 70. und 121. Linien-Infanterieregiment (je 2 Batl.) 2 Fußbatterien, 1 Sappeur-Kompanie

(23. Division noch in der Formation begriffen.)

Kavallerie:
1 Schwadron Bergischer Lanciers (von der Garde)

Artilleriereserve:
2 Fußbatterien (davon eine zu 6. Geschützen)

Summe:
39 Batl., 1 Schwadron, 8 Batterien.:
23750 Mann Infanterie,
200 Reiter,
1250 Mann Artillerie und Genie

25200 Mann mit 62 Geschützen

11. Armeekorps: Marschall Macdonald, Herzog von Tarent

31. Division: Divisionsgeneral Graf Ledru des Effarts (abwesend)

Brigadegeneral Fressinet:
11. und 13. Provisorische Halbbrigade zu je 2 Batl., Neapolitanische Eliten (2 Batl.)
1 Fußbatterie

35. Division: Divisionsgeneral Baron Gerard

Brigadegeneral Le Senecal:
6. Linien-Infanterieregiment (2 Batl.), 112. Linien-Infanterieregiment (4 Batl.)

Brigadegeneral Zucchi:
Italienisches 2. Leichtes Infanterieregiment (2 Batl), Italienisches 5. Leichtes Linien-Infanterieregiment (4 Batl.) 1 franz., 1 italienische Fußbatterie, 1 Sappeurkompanie

36. Division: Divisionsgeneral Graf Charpentier

Brigadegeneral Simmer:
14. Leichtes Infanterieregiment (2 Batl.), 22. Leichtes Infanterieregiment (4 Batl.),

Brigadegeneral Meunier:
14. Provisorische Halbbrigade (3 Batl.), 15. Provisorische Halbbrigade (2 Batl.) 2 Fußbatterien, 1 Sappeurkompanie

Kavallerie:

Brigadegeneral Lallemand:
2 Schwadronen vom 4. Ital. Jägerregiment,
1 Schwadron Würzburgischer Cheveaulegers

Artilleriereserve:
2 Fußbatterien

Summe:
29 Batl., 3 Schwadronen, 7 Batterien:
20300 Mann Infanterie,
400 Reiter
1000 Mann Artillerie und Genie

21700 Mann mit 50 Geschützen

 

BatailloneSchwadronBatterienInfanterie (Mann)Kavallerie (Mann)Artillerie und Genie (Mann)Geschütze
Gardekorps22158104502750120058
3. Armeekorps6989424001100208076
4. Armeekorps26261763037090042
5. Armeekorps2559,515800870130072
6. Armeekorps371822750200125062
11. Armeekorps29372030040010056
1. Kavalleriekorps11,5118201006
Summe20845,548,512933075107830372

Preußisches II. Armeekorps des Generals der Kavallerie von Blücher

  • Chef des Generalstabes: Generalleutnant von Scharnhorst
  • Generalquartiermeister: Generalmajor von Gneisenau
  • Offiziere des Generalstabes: Oberstleutnant von Müffling, Major Grollmann, Major von Oppen, Major von Rühle
  • Adjutant Blüchers: Major von Golz

Brandenburgische Brigade: Generalmajor von Röder

Infanterie: Oberst v. Tippelskirch
Regiment Garde zu Fuß (I., II., F.), Normalbataillon, Kombiniertes freiwilliges Jägerbataillon, Garde-Jägerbataillon, Leib-Grenadierbataillon, 1. Ostpreußisches Grenadierbataillon, III. Musketierbataillon des Leibregiments.

Kavallerie: Oberstleutnant von Katzler
Brandenburgisches Husarenregiment (2 Schwadronen), Westpreußisches Ulanenregiment, (4 Schwadronen) 2 sechspfündige Fußbatterien (Nr. 4 und 9), 1 reitende Batterie (Nr. 8) 54

Niederschlesische Brigade: Oberst von Klüx

Infanterie: Major v. Jagow
1. Westpreußisches Infanterieregiment (I., III., F), 2. Westpreußisches Infanterieregiment (II., III.), Westpreußisches Grenadierbataillon,
2 Kompanien des Schlesischen Schützenbataillons

Kavallerie: Oberst v. Mutius
1. Westpreußisches Dragonerregiment (2 Schwadronen), Schlesisches Ulanenregiment (2 Schwadronen) 2 sechspfündige Fußbatterien (Nr. 7 und 8), 1 reitende Batterie (Nr. 7)

Oberschlesische Brigade: Generalmajor v. Zieten

Infanterie: Oberst v. Pirch
1. Schlesisches Infanterieregiment (I., III., F.), 2. Schlesisches Infanterieregiment (I., III.), Schlesisches Grenadierbataillon,
2. Kompanien des Schlesischen Schützenbataillons

Kavallerie: Major Laroche v. Starkenfels
Neumärkisches Dragonerregiment (4 Schwad.), 1. Schlesisches Husarenregiment (2 Schwad.), 2. Schlesisches Husarenregiment (2 Schwad.), 2 sechspfündige Fußbatterien (Nr. 11 und 13),
1 reitende Batterie (Nr. 9);
eine Pionierkompanie

Reservekavallerie: Oberst v. Dolffs
Regiment Garde du Corps, Leichtes Garde-Kavallerieregiment, Schlesisches, Brandenburgisches und Ostpreußisches Kürassierregiment, zu je 4 Schwad.,
1 Schwad. Garde-Volontär-Kosaken,
1 Schwad, Garde-Volontär-Jäger“ 2 reitende Batterien (Nr. 4 u. 10)

Artillerie-Reserve: Oberst v. Braun
zwölfpfündige Fußbatterie (Nr. 3)

Summe:
22 Batl., 40 Schwad., 11/1⁄2 Battr.:
18500 Mann Infanterie 5500 Reiter,
1480 Mann Artillerie und Pioniere

25480 Mann mit 92 Geschützen

Preußisches 1. Armeekorps des Generalleutnant v. Yorck

  • Chef des Generalstabes: Oberst von Rauch
  • Oberquartiermeister: Oberstleutnant von Valentini
  • Adjutanten: Kapitän von Schack, Rittmeister Graf Brandenburg, Leutnant von Röder

Brigade: Generalmajor v. Hühnerbein
1. Ostpreußische Infanterieregiment (1. II. F.), Füsilierbataillon des Leib-Infanterieregiments, Litauisches Dragonerregiment (4 Schwadronen), 1 sechspfündige Fußbatterie (Nr.1)

Brigade: Oberst von Horn
2. Westpreußisches Infanterieregiment (1. u. F.), 2. Schlesisches Infanterieregiment (II. u. F.), II. Bataillon des 1. Schlesischen Infanterieregiments (2.) Kombiniertes Dragonerregiment
(je 2 Schwad. 1. Westpreußisches und Brandenburgisches Dragonerregiment)
1 sechspfündige Fußbatterie (Nr. 2), 1⁄2 zwölfpfündige Fußbatterie (Nr. 3)

Brigade: Oberstleutnant v. Steinmetz
Infanterieregiment Colberg (I., II., F.), 2. Leibhusarenregiment (4 Schwad.) 1⁄2 dreipfündige Fußbatterie,
1 reitende Batterie (Nr. 2),
eine Pionierkompanie
1 reitende Batterie
(Nr. 3, am Schlachttage zur Reservekavallerie Blüchers)

Summe:
12 Batl., 12 Schwad., 5 Batterien:
6540 Mann Infanterie
1300 Reiter
700 Mann Artillerie und Pioniere

8540 Mann mit 40 Geschützen

Preußisch-Russisches Armeekorps des Generalleutnant v. Kleist

Preußen:
Leib-Infanterieregiment (I., II.),
1. Bataillon des 1. Westpreußischen Infanterieregiments, Füsilierbataillon des 2. Ostpreußischen Infanterieregiments, 2 Kompanien Ostpreußische Jäger
Kombiniertes Husarenregiment (je 2 Schwad, des 1. und 2. Schlesischen. Husarenregiments)
1⁄2 sechspfündige Fußbatterie (Nr. 3),“
1⁄2 dreipfündige Fußbatterie,
I reitende Batterie (Nr. 1)

Summe:
4/1⁄2 Bataillone, 4 Schwad., 2 Batterien:
2200 Mann Infanterie
440 Reiter
200 Mann Artillerie

2840 Mann mit 16 Geschützen

Russen: (Generalmajor v. Roth)
Jägerregimenter 23, 24, 25, u. 26 zu je 2 Batl. Husarenregiment Grodno (6 Schwad.),
3 Kosakenregimenter
1 schwere Fußbatterie (10 Geschütze), 0,5 reitende Batterie

Summe:
8 Batl., 6 Schwad., 3 Kosakenregimenter, 2 Batterien:
1800 Mann Infanterie
560 Reiter
800 Kosaken
200 Mann Artillerie

3360 Mann mit 16 Geschützen

Summe Preußen und Russen im Korps Kleist: 12 Batl., 10 Schwad., 3 Kosakenregimenter, 4 Battr.:
4000 Mann Infanterie
1000 Reiter
800 Kosaken
400 Mann Artillerie

6200 Mann mit 32 Geschützen

Batl.SchwadroneKosak.-reg.Battr.Inf. (Mann)Kav. (Mann)Kos.Art. und Pion. (Mann)Geschütze
Korps Blücher224011,5185005500148092
Korps Yorck121256540130070040
Korps Kleist2,542220044020016
Summe38,55618,52724072402380148

Russisches Armeekorps des Generalleutnant von Berg (1. Infanteriekorps)

5. Infanteriedivision: Generalmajor Lukow

Generalmajor Mesenzow:
Infanterieregiment Perm (2 Batl.),
Infanterieregiment Sewsk (1 Batl.)

Generalmajor Fürst Sibirsky:
Infanterieregimenter Mohilew und Kaluga (je 2 Batl.), Bataillon der Großfürstin Katharina

Generalmajor von Helfreich:
von der 14. Infanteriedivision die Infanterieregimenter Tengin und Estland (je 2 Batl.) 1 schwere, 1 leichte Fußbatterie

Zusammengesetzte Infanteriedivision: Generalmajor Kasackowski

Oberst Brischinsky:
3 kombinierte Reservebataillone der
1. Grenadierdivision

Oberst Glaskow:
4 vereinigte Grenadierbataillone der 5. und 14. Division, 1 Milizbataillon
1 Donkosaken-Batterie

Kavallerie: Generalmajor Alexejew
Dragonerregiment Mitau (3 Schwadronen), Dragonerregiment Riga (2 Schwadronen), 1 Kosakenregiment

Artilleriereseve:
1 schwere und 1 reitende Batterie

Summe:
20 Batl., 5 Schwadronen, 1 Kosakenregiment, 5 Batterien:
6200 Mann Infanterie,
400 Reiter,
500 Kosaken,
900 Mann Artillerie

8000 Mann mit 60 Geschützen

Russisches Armeekorps des Generalleutnant von Winzingerode

II. Infanteriekorps: Generalleutnant Herzog Eugen von Württemberg

3. Infanteriedivision: Generalmajor Fürst Schachowsky

Oberst Kapustin:
Infanterieregiment Reval
20. und 21 Jägerregiment zu je 2 Batl.

Oberstleutnant von Wolff:
Infanterieregimenter Murom und Tschernigow, Provisorisches Jägerregiment zu je 2 Batl. 1 leichte Fußbatterie

4. Infanteriedivision: Generalmajor Graf St. Priest

Generalmajor Talysin:
Infanterieregimenter Tobolsk (2 Batl.), Riga (1 Batl.)

Generalmajor Pyschnitzki:
Infanterieregimenter Wolynien,
Krementschuk zu je 2 Batl.
4. Jägerregiment (2 Batl.),
34. Jägerregiment (1 Batl.)
1 leichte Fußbatterie

Kavalleriekorps: Generalmajor Fürst Trubetzkoi

Generalmajor Lanskoi:
Husarenregiment Alexandria (8 Schwadronen),
Husaren Regiment Weißrußland
(6 Schwadronen),
Husaren Regiment Sum
(2 Schwadronen)

Generalmajor Pantschulitschew:
Reitendes Jägerregiment Tschernigow
(5 Schwadronen),
Dragonerregiment Neurußland
(5 Schwadronen),
Kombiniertes Dragonerregiment (4 Schwadronen)

Generalmajor von Knorring:
Tataren-Ulanenregiment (8 Schwadronen),
Litauisches Ulanenregiment (2 Schwadronen)

Oberst Fürst Obolenski:
1. und 3. Reguläres Ukraine-Kosakenregiment (zu je 5 Schwadronen)

Generalmajor Nikitin:
3 reitende Batterien
(davon 1 mit 6 Geschützen)

Kosaken:
Generalmajor Jlowalski XII (5 Regimenter)
Oberst Prendel (2 Regimenter)
Oberst Fürst Mandatow (2 Regimenter)

Artilleriereserve:
2 schwere und 1 leichte Fußbatterie.

Summe:
22 Batl., 50 Schwadronen, 9 Kosakenregimenter, 8 Batterien:
6400 Mann Infanterie
4000 Reiter,
2700 Kosaken,
1350 Mann Artillerie

14450 Mann mit 90 Geschützen 50

Russisches Armeekorps des Generals der Kavallerie Miloradowitsch

IV. Infanteriekorps: Generalleutnant Markow (von der 11. und 12. Inf.Division

Generalmajor Urusow:
Infanterieregiment Jeletz und Wiatka, (zu je 2 Batl.)

Generalmajor Schapski:
Infanterieregiment Staroskolsk und Olonetz, (je 2 Batl.) 1 leichte Fußbatterie

Infanteriekorps des Generalleutnant Fürst Wolkonski II.

Generalmajor von Engelhardt:
von der 8. Infanteriedivision die
Infanterieregimenter Archangel, Schlüsselburg, Alt-Ingermanland, Kaporie, (zu je 2 Batl.)
1 Leichte Fußbatterie

Jägerbrigade: Generalmajor Karpenko
Jägerregimenter Nr. 1,11, 33, 37 1 Leichte Fußbatterie

Kavalleriekorps: Generalleutnant von Korff

Generalmajor Melissino:
Kürassierregiment Pskow (3 Schwad.),
Kürassierregiment Starodub (1 Schwadronen), Dragonerregiment Twer (1 Schwadron),
Husarenregiment Achtyr (9 Schwadronen), Husarenregiment Lubno (4 Schwadronen), 2. Reguläres Ukraine-Kosakenregiment (5 Schwadronen)

Generalmajor Emanuel:
Dragonerregiment Moskau und Kiew (je 3 Schwad.)

Generalmajor Jusefowitsch:
Dragonerregiment Charkow und Kargopol (je 4 Schwad.)

Generalmajor Lisaniewitsch:
Ulanenregiment Tschuguzew, (2 Schwad.)
2 reitende Batterien, davon eine zu 8 Geschützen

Kosaken: Generalmajor Karpow
5 Kosakenregimenter
(einschl. 1 Kalmückenregiment)

Oberst Graf Orlow:
2 Regimenter
(wahrsch. auch das 2. Ukraine-Kosakenregiment)

Stabskapitän von Geismar:
1 Regiment

bei der Avantgarde und den vorgeschobenen Detachements:
6 Regimenter, 14 Regimenter

Artillerie-Reserve: Generalmajor Merlin
2 schwere, 2 leichte Batterien
(davon eine zu 8, eine zu 6 Geschützen)

Summe:
24 Batl., 39 Schwadronen, 14 (irreg.) Kosaken-Regimenter, 9 Batterien:
5880 Mann Infanterie
2960 Reiter
2600 Kosaken
1250 Mann Artillerie

12960 Mann mit 94 Geschützen

Russische Haupt-Armee: General der Kavallerie Graf Tormassow

III. Infanterie-(Grenadier-)korps: Generalleutnant Konownitzin

1. Grenadierdivision: Generalmajor Sulima

Oberst Kniätschnin:
Grenadierregimenter Arakschejew und Ekaterinoslaw, (je 1 Batl.)

Oberst Acht:
Grenadierregimenter Taurien und Petersburg,
(je 1 Batl.)
1 Schwere Fußbatterie

2. Grenadierdivision: Generalmajor Zwileniew

Oberst Pissarew:
Grenadierregimenter Kiew und Moskau, (je 1 Batl.)

Oberst Golowin:
Grendadierregimenter Astrachan und Fanagoria, (je 1 Batl.)

Oberst Hesse:
Grenadierregimenter Kleinrußland und Sibirien (je 1 Batl.)
1 Schwere Fußbatterie

V. Infanterie-(Garde-) korps: Generalleutnant Lawrow

1. Garde-Infanteriedivision: Generalmajor von Rosen

Generalmajor Potemkin:
Garderegimenter Preobraschensk und Semenow, (je 2 Batl.)

Generalmajor Krapowitzky:
Garderegimenter Ismailow,
Garde-Jägerregiment, (je 2 Batl.)
1 Schwere und 1 Leichte Garde-Fußbatterie

2. Garde-Infanteriedivision: Generalmajor Udom

Oberst Kritschanowsky:
Garderegimenter Litauen und Finnland, (je 2 Batl.)

Generalmajor Scheltuchin:
Garderegiment Pawlowsk,
Leibgrenadierregiment, (je 1 Batl.)
1 Schwere und 1 Leichte Garde-Fußbatterie

Leichte Garde-Kavalleriedivision: Generalmajor Schäwitsch

Generalmajor Tschalikow:
Leibgarde-Husarenregiment,
Leibgarde-Ulanenregiment, (zu je 4 Schwad.) Generalmajor Tschitscherin (?):
Leibgarde-Dragonerregiment (4 Schwad.), Leibgarde-Kosakenregiment (5 Schwad.)

Kürassierkorps: Generalleutnant Fürst Galitzin

1. Kürassierdivision:
Generalmajor Depreradowitsch

Generalmajor Arseniew:
Chevalier-Garde und Regiment Garde zu Pferde (je 4 Schwad.)

Generalmajor von Rosen:
Kürassierregiment Kaiser und Kaiserin (zu je 3 Schwad.)

Generalmajor Kretow:
Kürassierregiment Astrachan (3 Schwad.) 1 reitende Garde-Batterie (8 Geschütze)

2. Kürassierdivision: Generalmajor Duca

Generalmajor Leontiew:
Kürassierregiment Gluchow und Ekaterinoslaw, (zu je 3 Schwad.)

Generalmajor Gudowitsch:
Kürassierregiment Militär-Orden (3 Schwad.)

Generalmajor Masselow:
Kürassierregiment Kleinrußland und Nowgorod, (zu je 3 Schwad.)
1 reitende Gardebatterie (8 Geschütze)

Artilleriereserve: Generalmajor Euler
3 Schwere und 1 Leichte Fußbatterie

Summe:
24 Batl., 49 Schwad., 12 Battr.:
9600 Mann Infanterie
5200 Reiter
1700 Mann Artillerie

16500 Mann mit 136 Geschützen (evtl. 144)

 

Batl.SchwadroneKosak.-reg.Battr.Inf.Kav.Kos.Art. u. Pion.Geschü.
Korps Berg20515620040050090060
Korps Kleist8632180056080020032
Korps Wintzigerode225098640040002700135090
Korps Tormassow244912960052001700136
Korps Miloradowitsch202358500017401000113086
Summe941331835290001190050005280404

Denkmäler

Das Scharnhorstdenkmal

Das Scharnhorstdenkmal wurde am 2. Mai 1913, anlässlich der Hundertjahrfeier der Schlacht, eingeweiht. Es entstand auf Initiative der örtlichen Vorbereitungskomitees dieses Jubiläums. Der Entwurf stammt von dem Bildhauer Juckoff aus Schkopau, der es auch ausführte.

Auf hohem Sockel, dessen Vorderseite ein Medaillon mit dem Portrait des preussischen Generals und die Inschrift „Scharnhorst“ zieren, sitzt ein mächtiger Adler.

An der Rückseite wurde über dem Text “ERRICHTET AM 2.MAI 1913” eine Kupfertafel angebracht, auf der unter der Überschrift “Bei Großgörschen kämpften tapfer” zahlreiche preussische Regimenter verzeichnet sind.

In einigem Abstand vor dem Denkmal stehen rechts und links des Zugangs zwei Steinbänke, in deren Lehnen ein Wahlspruch Scharnhorsts eingearbeitet wurde: “Ziel erkannt! – Kräfte gespannt!”

An den Seitenteilen der Bänke sind Platten eingelassen, die die Namen wichtiger Lebensstationen Scharnhorsts tragen.

Im Jahre 1975 wurde das Denkmal restauriert und seine Umgebung umgestaltet. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde an den Seiten des Denkmalssockels Tafeln zur Erinnerung an die russischen Verbände, die 1813 Seite an Seite mit den Preußen kämpften und bluteten, eingelassen.

Anfang der 80er Jahrewurde die ursprüngliche Tafel an der Rückseite durch eine aus dem gleichen Material wie die seitlichen Tafeln ersetzt. Die Kupfertafel von 1913 befindet sich seitdem im Dorfmuseum Großgörschen.

Hinter dem Scharnhorstdenkmal erinnert eine rötliche Steinplatte mit dem Text: “Hier wurden die sterblichen Überreste von Soldaten des 2. Mai 1813 beigesetzt” daran, dass 1972 bei Bauarbeiten ein Grab mit den Skeletten von 8 Gefallenen aus der Schlacht gefunden wurde.

Die Schinkelpyramide

Die Schinkelpyramide ist das Denkmal für die Gefallenen der Schlacht. Dieses gußeiserne Mal in neogotischem Stil trägt auf seiner Vorderseite die Inschrift “Die gefallenen Helden ehrt dankbar König und Vaterland. Sie ruhen in Frieden. Großgörschen, den 2. Mai 1813.”

Diese Denkmalform wurde mehrfach gegossen und an bedeutenden Schlachtenorten der Jahre 1813 und 1815 aufgestellt: bei Großgörschen, Haynau, Groß-Beeren, an der Katzbach, bei Kulm, Dennewitz, Wartenburg und Belle Alliance. Das Großgörschener Denkmal wurde am 2. Mai 1817 auf einer Erhebung etwa 3 km südlich Großgörschens, dem sogenannten Monarchenhügel, eingeweiht.

Auf Grund seines schlechten Erhaltungszustanden und mutwilliger Beschädigungen machte sich Ende der 70er Jahre eine generelle Restaurierung erforderlich. So wurde dieses Denkmal 1980 abgebaut, die Teile sorgfältig eingelagert, einige in Lauchhammer nachgegossen.

Im Sommer 1985 baute ein Gußeisenrestaurator aus Berlin, Herr Gummel, in mühevoller Kleinarbeit und unter modernsten Gesichtspunkten das Denkmal wieder auf.

Das geschah allerdings nicht am ursprünglichen Standort. Nach vielen ernsthaften Beratungen und Erwägungen hatte man sich entschieden, das Denkmal am Dorfteich in unmittelbarer Nähe des Scharnhorstdenkmals aufzustellen. Entscheidend waren, das das Denkmal ursprünglich zu entfernt vom Dorf stand und sich die Straße dahin in einem sehr schlechten Zustand befand. Am neuen Standort, der wie der alte auf dem einstigen Schlachtfeld liegt und damit dem Charakter des Denkmals gerecht wird, sind eine bessere Pflege, eine größere Öffentlichkeitswirksamkeit und die Einbeziehung in die alljährlichen Ehrungen gewährleistet.

Am 7. Oktober 1985 erfolgte die Einweihung der Schinkel-Säule an ihrem jetzigen Standort.

Das Denkmal des Prinzen „Leopold von Hessen-Homburg“

Bereits im Jahre 1817 wurde das gußeiserne Denkmal in neogotischen Stil für den Prinzen Leopold von Hessen-Homburg, der in der Schlacht vom 2.Mai 1813 fiel, in Großgörschen eingeweiht. Es war dem Gefallenen von seiner Schwester Marianne und damit durch die landgräfliche Familie und das preussische Königshaus gewidmet und wurde, damals auf grüner Wiese, in Großgörschen etwa an der Stelle, wo die Kugel den Prinzen getroffen haben soll, aufgestellt. Den Entwurf zu diesem Denkmal zeichnete Carl Friedrich Schinkel.

Das Monument wog 102 Zentner und kostete mehr als 1100 Taler. Auf einer “Neujahrskarte” für 1918 der Königlichen Eisengiesserei Berlin aus Gußeisen, die sich in einem Exemplar auch im Museum Neu-Augustusburg Weißenfels befindet, wurde es dargestellt.
1894 und 1912 wurde in unmittelbarer Nähe des Denkmals für den Prinzen die Großgörschener Schule errichtet. Im Rahmen der Hundertjahrfeier der Schlacht stand das Monument 1813 in einem breiten öffentlichem Interesse.
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte erhielt es mehrfach, zuletzt 1963, Anstriche. Damit aber war dem Kernproblem der gußeisernen Denkmäler nicht entgegengetreten worden: der Rostung von innen heraus. Ende der 60er Jahre schon fielen hin und wieder verrostete Zierteile beachtlichen Gewichts vom Denkmal ab. Dieser Vorgang wiederholte sich in immer kürzeren Zeitabständen, war schließlich an der Tagesordnung und gefährdete die Schulkinder akut. 1973 wurde deshalb das Denkmal abgebrochen und auf Grund einer Fehlentscheidung bedauerlicherweise restlos verschrottet.

Eine Rolle bei der Entscheidung zum Abbruch spielte auch, daß ein zweites gußeisernes Denkmal in Großgörschen, daß für die gefallenen Preußen auf dem Monarchenhügel, in ähnlichem Zustand war und die Restaurierung beider Denkmäler finanziell nicht möglich war.
Mehr als zwanzig Jahre lang erinnerten nur noch Fotos an das Prinzendenkmal. 1996 beschloß der Gemeinderat Großgörschen die Wiederherstellung des Denkmals. Dies schien ein fast unmögliches Vorhaben zu sein, denn außer wenigen guten Fotos und einer Handskizze Schinkels standen keinerlei Unterlagn zur Verfügung – und woher sollte der erforderliche Geldbetrag genommen werden? Doch es gelang. Die Grundsteinlegung erfolgte anläßlich des Scharnhorstfestes am 2. Mai 1998.

Den Gesamtauftrag erhielt die Firma Udo Felker aus Schweßwitz bei Lützen. Die DMB GmbH Dresden stellte die erforderlichen Modelle für das Denkmal her. Lauchhammer Kunstguß GmbH, Eisengießerei H. & Ph. Behr GmbH und Keulahütte Krauschwitz GmbH gossen die zahlreichen Einzelteile. Ab April 1999 wurde es auf dem Bauplatz lebendig. Die Firma Hoffmann & Langangki errichteten den Betonsockel und ab dem 2. Monatsdrittel baute die Firma Felker mit Unterstützung weiterer Betriebe das Denkmal auf. Die Einwohner Großgörschens nahmen interessiert Anteil am Baugeschehen und eine Vielzahl von Fotos, u.a. auch vom Fotografenmeister Frieder Miersch aus Lützen, entstanden in dieser Zeit. Hoch anerkennenswerte Leistung mußten auch im Verborgenen erbracht werden: die Projektkoordination durch die Firma Fach & Werk Leipzig/Berlin, die sicherlich in Anzahl und Stunden nicht zu erfassenden Telefonate, persönlichen Gespräche und da rastlose Bemühen um die finanziellen Mittel bei Behörden, Institutionen und privaten Sponsoren.
Nun steht das Denkmal für den Prinzen von Hessen Homburg wieder im Dorfzentrum Großgörschens. Die Einwohner haben es angenommen und fast täglich betrachten es Besucher von auswärts. Dreifache Bedeutung hat es: in ihm wird der bedeutende Architekt und Künstler Carl Friedrich Schinkel geehrt, es hält die Erinnerung an den Prinzen Leopold von Hessen-Homburg wach und wir Nachgeborenen sehen in diesem Monument das ehrende Gedenken an alle Opfer der Schlacht bei Großgörschen.

Das Bergergrab

In Rahna, etwas versteckt in einer Seitengasse, befindet sich das Grab des preussischen freiwilligen Jägers Christian Gottlieb Berger aus Breslau. Sie finden das Grab, wenn Sie am Ortseingang, aus Richtung Kaja kommend, rechts dem Wegweiser folgen.

Im Frühjahr 1989 betteten Mitglieder der Traditionsgruppe “Lützower” aus Leipzig in Verbindung mit der Restaurierung des Grabsteins Bergers, die sterblichen Überreste an den Nordrand des Gartens um, wo das Grab leicht zugänglich ist und ordentlich gepflegt werden kann.

Der Monarchenhügel

Der hiesige Monarchenhügel, nicht zu verwechseln mit dem in Liebertwolkwitz bei Leipzig, erinnert an den Beobachtungspunkt des Zaren Alexander I. und des preussichen Königs Friedrich Wilhelm III. während der Schlacht, etwa 2 km südlich von Großgörschen. Das Denkmal, die Schinkelpyramide, welche urprünglich auf dem Monarchenhügel stand, befindet sich heute in Großgörschen.

Ebenfalls auf dem Monarchenhügel bringt ein Huldigungsstein in Erinnerung, dass die Großgörschener – einstmals sächsische Untertanen und nach dem Wiener Kongress zu Preußen geworden – ihrem neuen König Friedrich Wilhelm III. ihre Ergebenheit ausdrückten. Dieses Denkmal ist datiert vom 05. August 1815.

Der Jahrhundertstein Starsiedel

Der Jahrhundertstein Starsiedel wurde zur Erinnerung an die gefallenen verbündeten Russen und Preußen in der Schlacht bei Großgörschen aufgestellt.

Der Liebknechtstein

Auf dem Friedhof in Kleingörschen erinnert ein Grabstein an den auf napoleonischer Seite gefallenen Secondeleutnant im Großherzoglich Hessischen Leibregiment Franz Wilhelm Liebknecht.

Die Inschrift lautet:

Hier ruht in Gott
Großherzoglich Hessische
Secondeltn. v. Leibregiment
Franz Wilhelm
Liebknecht
geb. d. 3. Juli 1795 z. Gießen
gefallen in der Schlacht
bei Gr. Görschen d. 2. Mai 1813

Das Denkmal Marschall Bessieres

Am 2. Mai 2008 fand in Rippach, im Rahmen des Scharnhorstfestes 2008, die Einweihung eines Denkmals, zu Ehren des hier gefallenen fränzösischen Marschall Bessieres statt.

Dieses Denkmal wurde von der Gemeinde Rippach mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft “Jena 1806”, sowie von französischen Traditionsgruppen eingeweiht.

Die Veranstaltung führte mit einem Marsch vom Gasthof zum Denkmal. Nach der offiziellen Enthüllung, wurde ein Ehrensalut geschossen.

Der Erinnerungsstein an das 9. leichte Infanterie-Regiment

In Kaja auf dem Grundstück des Marschall-Ney-Hauses wurde 2008, anlässlich des 195. Jahrestages der Schlacht bei Grossgoerschen, von Mitgliedern des Traditionsvereins „9.ieme Regiment d´Infanterie légére“(des 9. leichten französischen Infanterieregiments), ein neues Denkmal eingeweiht.

Historisch belegt ist die Tatsache, dass dieses Regiment als Teil des III.Armeekorps, welches Marschall Ney befehligte, am 2.Mai 1813 an diesem Ort kämpfte.

Der Körnerstein

Am 17. Juni 1813 focht in der Nähe das berühmte Lützowsche Freikorps gegen die Franzosen. Theodor Körner erhielt im Gefecht eine Wunde, schleppte sich bis nach Großzschocher (heute Ortsteil von Leipzig) wo er aufgenommen und versorgt wurde.

Das Marschall-Ney-Haus

Das Marschall-Ney-Haus befindet sich unweit von Großgörschen im Ortsteil Kaja. Dieser Ort befindet sich innerhalb des Schlachtfeldes vom 2. Mai und war Hauptquartier und Ausgangspunkt der französischen Angriffe. In diesem Haus übernachtete vom 01. zum 02. Mai 1813 der französische Marschall Ney. Seine Truppen biwakierten in den umliegenden Ortschaften dem Schlachtfeld des 2.Mai 1813.

Im Marschall-Ney-Haus ist ein kleines Museum eingerichtet. Es wurde im Stil von 1813 eingerichtet und stellt in etwa den Zustand dar in als der Marschall dort logierte. Nach Absprache mit dem Hauseigentümer kann dieses auch besichtigt werden. Seit Dezember 2008 betreut der „Förderverein Marschall-Ney-Haus zu Kaja e.V.“ die Ausstellung und kümmert sich um den Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden historischen Bausubstanz.

An der zum Grundstück gehörenden Scheune des Marschall-Ney-Hauses erinnert eine Tafel mit eingelassener Kanonenkugel daran, daß sich in diesem Gehöft das Quartier des Marschall Ney befunden hat. Die historisch nicht exakte Inschrift lautet: “1813 den 2. Mai Logierte hier der Feldmarschall Ney. Da sah es hier sehr traurig aus Geschossen ward ich in das Haus Doch meine Kameraden haben ihn vertrieben Zum steten Andenken bin ich hier geblieben” Dabei steht das Wörtchen ich auf der eingelassenen Kanonenkugel.

In Kaja auf dem Grundstück des Marschall-Ney-Hauses wurde 2008, anlässlich des 195. Jahrestages der Schlacht bei Grossgoerschen, von Mitgliedern des Traditionsvereins “9.ieme Regiment d´Infanterie légére” (des 9. leichten französischen Infanterieregiments), ein neues Denkmal eingeweiht.

Historisch belegt ist die Tatsache, dass dieses Regiment als Teil des III.Armeechor Marschall Ney am 2.Mai 1813 an diesem Ort kämpfte.

Die Legions-Linde

Diese Linde wurde in Kleingörschen anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Kayserlich Russisch-Deutschen Legion, zur Erinnerung an die in der Schlacht bei Großgörschen gefallenen Russen, gepflanzt.

Das Lützow-Denkmal

Der 1864 gesetzte Steinquader in Klein-Schkorlopp erinnert an das Gefecht zwischen dem Freicorps Lützow und französischen bzw. württembergischen unter dem Kommando der Generale Fournier und Normann am 17.Juni 1813. Lützow und seine Soldaten standen bei Kleinschkorloppp und wurden am 17. Juni 1813 von den Franzosen angegriffen. Körner wurde schwer verletzt; er fiel bei einer der nächsten Schlachten. Besungen wurden die Heldentaten des ”Lützower Freikorps“ in dem Lied ”Lützows wilde Jagd“ mit dem Text von Theodor Körner und der Musik von Carl Maria von Weber. Dieses Lied ist Bestandteil des Großen Zapfenstreiches der Deutschen Bundeswehr. Die Farben der Lützowschen Uniform (schwarzer Stoff, roter Kragen und goldene Knöpfe) flossen in die Farbgebung der Nationalflagge Deutschlands ein. Das Lützower-Denkmal am Eingang von Klein-Schkorlopp besteht aus einem Quader mit Inschriften auf einem kleinen Hügel.

Das von Helldorff-Denkmal

Heinrich August von Helldorf, seit 1844 Freiherr von Helldorff

(* 7. Februar 1794 in Nödlitz; † 7. Dezember 1862 in Weißenfels) war ein preußischer Generalmajor und gilt als Held in den Napoleonischen Befreiungskriegen.

Militärkarriere:

Helldorf erhielt seine erste Ausbildung am Dresdner Kadettenkorps, welches 1809 während des Krieges gegen Österreich aufgelöst wurde. Er kämpfte zunächst als Sekondeleutnant in der Schwarzen Schar des Herzogs Friedrich Wilhelm. Im Gefecht bei Connewitz am 26. Juli 1809 wurde ihm die linke Hand abgeschlagen, weiter trafen ihn 17 Säbelhiebe und an 42 Stellen war seine Uniform durchlöchert. Später diente er in den Befreiungskriegen ab 1813 im russischen 20. Jägerregiment.

Er erhielt am 13. Oktober 1814 den Orden Pour le Mérite und machte, nachdem seine Heimat durch den Wiener Kongress an die Provinz Sachsen gefallen war, in der Preußischen Armee Karriere. Dort stieg er bis zum Generalmajor auf und war zuletzt seit Januar 1850 Kommandant von Wittenberg. Aus Anlass der 50-jährigen Wiederkehr des Tages, an dem er sich im Gefecht bei Leipzig auszeichnete, erhielt Helldorff vom König den Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub.

Er war Besitzer des Gutes Nödlitz, das er 1823 verkaufte. Seinen Lebensabend verbrachte er in Weißenfels. Dort war er Mitglied der Freimaurerloge „Zu den drei weißen Felsen“.