Und wieder wendet sich das Kriegsglück. Auf französischer Seite trafen immer mehr Verstärkungen auf dem Schlachtfeld ein. Auf dem linken Flügel bei Eisdorf kam die Armee des Vizekönigs Eugen Beauharnais heran. Auf dem rechten Flügel bei Starsiedel das Korps Bertrand. Kleingörschen kann von den Truppen General Marchands zurückerobert werden. Die Division Marchand mit vielen deutschen Rheinbundsoldaten war zu Beginn des Kampfes von Ney zur Absicherung in Richtung Meuchen abkommandiert worden. Dort blieb Sie die meiste Zeit untätig und griff erst gegen Abend in den Kampf ein.
Als Napoleon von den Fortschritten des Vizekönig und MacDonalds auf der einen Seite und Marmonts sowie Bertrands auf der anderen Seite benachrichtigt wird, setzt er alles auf eine Karte. Im Zentrum der Schlacht, dem Dörferviereck, ließ er seine Garden vorrücken. Zur Unterstützung befahl er General Drouot 80 Geschütze auf dem Schlachtfeld zu konzentrieren. Dieses mörderische Geschützfeuer bereitete den Boden für den Angriff seiner Garde.
Dies brachte die Wende. Alle Dörfer bis auf Großgörschen konnten bis zum Abend zurückerobert werden. Großgörschen konnte von tapfer kämpfenden preußischen Gardejägern gehalten werden. Mit Einbruch der Dunkelheit endete die Schlacht. Blücher zürnte, dass „all dies Blut umsonst geflossen sein sollte“. Noch in der Nacht machte er trotz seiner 70 Jahre und seiner Verwundung mit 10 preußischen Schwadronen einen plötzlichen, stürmischen Angriff auf die feindliche Stellung. Der Adjutant Napoleons von Odeleben berichtet: „Mit dumpfen Gerassel rauschten sie heran. Ich glaube, wenn Sie noch 200 Schritte weiter vorgegangen wären, so wurde Napoleon mit seinem ganzen Gefolge gefangen“. Ernste Folgen konnte dieser Angriff aber nicht haben. Als sich das Fußvolk wieder sammelte, zogen sich die Reiter wieder zurück.